Kommentar
Nadelöhr Hardbrücke: Viele werden fluchen

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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Die Tramlinie 8 fährt ab Sonntag vom neugestalteten Hardplatz über die Hardbrücke. (Archiv)

Die Tramlinie 8 fährt ab Sonntag vom neugestalteten Hardplatz über die Hardbrücke. (Archiv)

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Rund 130 Millionen Franken sind verbaut – im Wesentlichen für eine 700 Meter lange neue Tramverbindung über die Hardbrücke. Ist es das wert? Schon jetzt ist absehbar: Viele werden fluchen, wenn das neue Verkehrsregime für das Nadelöhr in Zürich-West ab Sonntag in Betrieb geht. Autofahrer werden sich ärgern, wenn sie auf der schon jetzt oft überlasteten Hauptverkehrsachse warten müssen, damit das Tram die Fahrbahn kreuzen kann; Fussgänger und Velofahrer, wenn sie sich auf dem gemeinsam benützten Trottoir in die Quere kommen. Dass es wegen dieser komplexen Verkehrsführung Unfälle geben wird, ist zu befürchten.

Aber: Für die heute täglich 45 000 und künftig noch weitaus mehr Benützer des öffentlichen Verkehrs im Raum Hardbrücke dürfte sich die Situation verbessern. Dies gilt auch für die Pendler, die jeden Tag in das rasant wachsende Arbeitsplatzgebiet Zürich-West fahren. Sie erhalten den angesichts chronisch überfüllter Busse dringend nötigen zusätzlichen Raum.

Und seien wir ehrlich: In einer Wachstumsregion wie dem Grossraum Zürich führt kein Weg am öV-Ausbau vorbei. Primär mit dem Auto lässt sich der Verkehr längst nicht mehr bewältigen. Das haben die Stimmberechtigten des Kantons Zürich erkannt, als sie den Bau des Hardbücke-Trams klar bewilligten. Eine einfache, konfliktfreie Lösung für die Verkehrsströme, die sich mit allen Fortbewegungsmitteln durch das Nadelöhr Hardbrücke bewegen, gibt es nicht. Solange wir vorankommen wollen, müssen wir den Preis der Mobilität bezahlen – und auch mal fluchen.