Kommentar zum Veloverkehr
Mit dem Velo gehts nicht besser aber schneller

Verkehrsexperten sind sich einig: Auf Kurzstrecken ist das Velo das ideale Verkehrsmittel. Da stellt sich die Frage: Warum fördert das engräumige Limmattal nicht das Velofahren? So schlimm ist es nicht, aber es könnte mehr getan werden. Bedeutend mehr.

Jürg Krebs
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Vorbildlich: Die Stadt Dietikon stellt ihren Angestellten Fahrräder für ihre Geschäftsfahrten zur Verfügung.

Vorbildlich: Die Stadt Dietikon stellt ihren Angestellten Fahrräder für ihre Geschäftsfahrten zur Verfügung.

Die Dietikerinnen und Dietiker sollen mit dem Velo zu Freizeitaktivitäten aufbrechen. Diesen Aufruf machte der Stadtrat diese Woche bei der Lancierung der neuen Freizeitkarte. Mit gutem Grund: In der Region beträgt eine durchschnittliche Fahrt zu den Orten des Vergnügens drei Kilometer. Eine gute Velodistanz, glaubt der Stadtrat. Zudem: Das Velo hält fit und ist auf kurzen Strecken die schnellste Variante, um von A nach B zu gelangen. Als Autofahrer hingegen sitzt man öfters mal im Stau. Doch warum soll das Velo nur für Freizeitfahrten benutzt werden? Auch der Weg zur Arbeit lässt sich im Limmattal mit dem Fahrrad bewältigen, dank der flachen Topografie. Löblich ist, dass Dietikon seinen Angestellten seit Neustem für die Arbeit Velos zur Verfügung stellt.

Zwar wurde im Limmattal in Radwege investiert. Das genügt aber nicht. Das Bevölkerungswachstum lässt das Verkehrsaufkommen steigen. Experten wollen dem drohenden Kollaps deshalb mit einem höheren Anteil Veloverkehr begegnen. Klar, es gibt die Idee eines Velohighways entlang der Limmat. Doch auch die Querverbindungen im Tal müssen verbessert werden. Damit mehr Leute nämlich aufs Fahrrad umsteigen, muss das Velonetz attraktiver werden. Sicherheit und freie Fahrt sind zu garantieren. Es wäre zu wünschen, dass Kanton und Gemeinden das Velonetz ähnlich beherzt vorantreiben, wie den Bau der dritten Gubrist-Tunnelröhre. Denn im engräumigen Limmattal gilt immer mehr: Mit dem Velo gehts nicht besser, aber schneller.