Kommentar
Mehr Liebe für Hafer, Hirse, Spinat und Co.

Lina Giusto
Lina Giusto
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Wünschenswert wäre, dass Konsumenten wieder mehr regionalen Superfood wie beispielsweise Hafer kaufen. (Themenbild)

Wünschenswert wäre, dass Konsumenten wieder mehr regionalen Superfood wie beispielsweise Hafer kaufen. (Themenbild)

Superfood ist in vielen Munden. Es handelt sich dabei um Lebensmittel aus Afrika, Asien oder Lateinamerika, die wegen ihres hohen Vitamin-C-, Kalzium-, Kalium- oder Magnesiumgehalts als besonders gesund gelten. Meist sind die Lebensmittel an den natürlichen Charakter erinnernd verpackt und mit einem modernen Schriftzug verziert. Das Marketing sitzt und trifft einen Zeitgeist.

Der Superfood-Trend zeigt: Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sind Schweizer gerne bereit etwas tiefer in die Geldbörse zu greifen. Meist werden die hier nicht vorhandenen Lebensmittel wie Chia-Samen, Goji-Beeren oder Baobab-Säfte von sich noch im Aufbau befindenden Kleinstbetrieben hergestellt und hier von Start-ups beim Import und Vertrieb unterstützt. Ihre Preise sind aufgrund der langen Transportwege und den teilweise noch geringen Produktionsmengen teurer als die von hiesigen und hinsichtlich Nährstoffen vergleichbaren Lebensmitteln wie Leinsamen, Hirse, Buchweizen, Spinat oder Himbeeren.

Aber teurer heisst nicht zwangsweise besser. Was super-gesund scheint, ist wegen der langen Transportwege ökologisch bedenklich. Was nützt ein gesunder Körper, wenn die Umwelt leidet? Wünschenswert wäre, dass Konsumenten wieder mehr regionalen Superfood kaufen. Dafür müssten Hersteller dessen Vorzüge deutlicher betonen. Was Hirse, Hafer und Co. brauchen, ist eine Charme-Offensive.