Steuererklärung
Kein Vorbild

Viele Personen im Limmattal reichen ihre Steuererklärung nicht ein und reagieren auch nicht auf Mahnungen. Bussengelder wegen nicht eingereichter Steuererklärungen wurden zuletzt 2012 erfasst.

David Egger
David Egger
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Fakten zu den Steuererklärungen im Limmattal.

Fakten zu den Steuererklärungen im Limmattal.

Kommunale und kantonale Steuerbehörden

Man muss sich das vorstellen: Einen Stapel Papier von gut einem Meter Höhe ergäbe es, wenn alle Limmattaler Steuerämter ihre Mahnungen aufeinanderstapeln würden. Jedes Jahr füllen Tausende Personen ihre Steuererklärung nicht aus. Die Portokosten für die Mahnungen werden mit Steuergeldern bezahlt. Das wäre nicht nötig, wenn sich alle Bürger nicht nur auf ihre Rechte, sondern auch auf ihre Pflichten besinnen würden. Falsch wäre es aber, pauschal alle zu verurteilen, die keine Steuererklärung abgeben. Denn nicht immer steckt dahinter Unwille oder Vergesslichkeit. Manche wissen einfach nicht recht, wie es geht. Und einen hilfsbereiten Treuhänder kann sich nicht jeder leisten. So erstaunt es nicht, dass die meisten, die wegen nicht eingereichter Steuererklärungen gebüsst werden, nicht zu den Top-Verdienern gehören. Doch was ist die Lösung? Soll die Schule schon Jugendliche über die Details des Steuerwesens aufklären? Oder soll die 48-seitige Wegleitung, die das Ausfüllen der Steuererklärung erklärt, verständlicher gemacht werden?

Diese Fragen sind relevant. Denn es geht um Tausende Limmattaler, die nicht auf den meterhohen Mahnungsstapel reagieren, der jedes Jahr verschickt wird. Aber um Antworten zu finden und das Problem zu lösen, muss das Problem genau benannt werden. Dafür braucht es Zahlen. Zahlen, die der Kanton nicht hat: Zuletzt erfasste er 2012, wie viele Bussengelder er wegen nicht eingereichter Steuererklärungen erhalten hat. Das muss sich ändern. Wenn der Staat Personen büsst, weil sie keine Rechenschaft ablegen, sollte er auch seine eigenen Zahlen erfassen und offenlegen. Nur so wird er zum Vorbild.