Steuern
Kein Ausweg aus der Negativspirale

Dietikon kann eine Steuerfuss-Erhöhung auf 134 Prozent abwenden. Doch das Grundproblem bleibt.

Sophie Rüesch
Sophie Rüesch
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Stadt Dietikon.

Stadt Dietikon.

Limmattaler Zeitung

Die Nachricht ist eigentlich alles andere als erfreulich: Die Stadt Dietikon wird den Steuerfuss 2016 um weitere 5 auf 129 Prozent erhöhen müssen. Das schmerzt. Doch wer die verfahrene finanzielle Situation der Stadt kennt, weiss: Angesichts der Alternativen ist diese Nachricht eben doch ein bisschen erfreulich. Es hätte nämlich noch dicker kommen können: Hätte der Kanton der Stadt den Übertritt vom Übergangs- zum sogenannten individuellen Sonderlastenausgleich nicht gewährt, wäre der Steuerfuss auf 134 angestiegen. Frustrierend ist, dass die Stadt trotz der Steuererhöhung, die der Gemeinderat noch bewilligen muss, weiter sparen muss. 3,4 Millionen sollen es im kommenden Jahr sein.

Diese Millionen werden wehtun. Denn einerseits ist der Spielraum aufgrund gesetzlich vorgeschriebener Aufgaben von vorneweg klein. Andererseits ist die missliche finanzielle Lage ja längst nichts Neues mehr: Vielleicht einst vorhandener Speck am Knochen ist längst abgeschält. Dietikon bleibt also nichts anderes übrig, als sich mit den Sparmassnahmen, die überhaupt möglich sind, ins eigene Bein zu schiessen: Der Wunsch, bessere Steuerzahler anzuziehen, droht mit Leistungseinsparungen genau das zu bleiben.

Das Grundproblem bleibt also bestehen: Gemeinden mit hohen Soziallasten wie Dietikon werden vom Kanton im Regen stehen gelassen. Auch der individuelle Sonderlastenausgleich, der eigentlich genau solch ungleich anfallende Lasten abgleichen soll, erlaubt der Stadt letztlich wenig Gestaltungsfreiheit für ihren eigenen Haushalt. Zwar scheint die Problematik mittlerweile erkannt, eine Lösung fehlt aber weiterhin. Und für Dietikon kann diese keine Sekunde zu früh kommen.