Kommentar
Jetzt muss endlich Ruhe einkehren

Wenn das Thema nicht so ein ernsthaftes wäre, könnte man fast versucht sein, darüber zu lachen. Oder zu denken, dass sich die Götter gegen das Alterszentrum in Bergdietikon verschworen haben.

Bettina Hamilton-Irvine
Bettina Hamilton-Irvine
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Die Mehrheit träumt davon, für viele andere ist es ein Graus: So könnte das Alterszentrum Hintermatt dereinst aussehen.

Die Mehrheit träumt davon, für viele andere ist es ein Graus: So könnte das Alterszentrum Hintermatt dereinst aussehen.

zvg

Schon seit mehr als vier Jahren ist das Projekt in Planung. Und wird in regelmässigen Abständen wieder gestoppt, blockiert, aufgehalten, zurückgeworfen. Jedes Mal, wenn man denkt, es gehe weiter, taucht ein neuer Stolperstein auf. Schon zum vierten Mal musste sich der Kanton nun aufgrund einer Beschwerde aus der Bevölkerung mit dem Alterszentrum befassen. Soeben hat er im jüngsten Fall entschieden: Er weist die Beschwerde eines Bergdietikers gegen die Durchführung der «Gmeind» im Juni 2016 ab, als es, vereinfacht gesagt, darum ging, ob das Projekt weitergeführt werden darf. Die Stimmbürger entschieden, schon zum zweiten Mal: Sie wollen weitermachen.

Natürlich: Es ist das gute Recht der Bürger einer Gemeinde, dass sie die ihnen zur Verfügung stehenden demokratischen Mittel wahrnehmen, um sich zu wehren, wenn ihnen etwas nicht passt. Doch mittlerweile ist es überdeutlich: Die Mehrheit der Bergdietikerinnen und Bergdietiker will dieses Alterszentrum. Zurzeit haben Senioren aus der Gemeinde kaum eine Chance, ihren Lebensabend auch in Bergdietikon zu verbringen. Das macht vielen von ihnen Sorgen. Nach dem letzten entsprechenden Entscheid vor neun Monaten sagte einer der schärfsten Gegner des Projekts: «Das ist ein demokratischer Entscheid, und den gilt es zu akzeptieren.» Es bleibt zu hoffen, dass dieser Gedanke auch bei den anderen Gegnern angekommen ist. Damit nun endlich einmal Ruhe einkehrt und die Verantwortlichen sich darum kümmern können, das Projekt voranzutreiben, statt sich vor allem mit Stolpersteinen zu befassen. Denn einer verantwortungsvollen Gemeinschaft kann es nicht egal sein, was mit ihren Senioren geschieht.