Kommentar
In der Aufarbeitung wurde vieles richtig gemacht

Im Pfingstlager der Cevi Weiningen-Geroldswil wurde 2011 aus Spiel plötzlich Ernst.

Jürg Krebs
Jürg Krebs
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Cevi Unfall in Oetwil im Jahr 2011
Unfallstelle in Oetwil.

Nicole Emmenegger

Nachdem ein paar Kinder eine selbst gebaute Seilbahn ohne Probleme gemeistert hatten, prallte die achtjährige «Zack» aus Unterengstringen ungebremst in einen Baum – und starb. Die mit dem Fall betraute Staatsanwaltschaft Winterthur-Unterland hat nun einen Cevi-Leiter und eine weitere beteiligte Person der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Damit ist ein Schlussstrich gezogen unter ein langes, für alle Beteiligten belastendes Verfahren.

Der Fall kennt nicht nur «Zack» als Opfer. Ihre Angehörigen haben einen entsetzlichen Verlust zu verarbeiten. Jener Frühlingstag hat aber auch das Leben der nun Verurteilten verändert, die mit ihrer Schuld umgehen lernen müssen. Der Todesfall hätte mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen zwar verhindert werden können, doch er bleibt ein tragischer Schicksalsschlag.

In der Aufarbeitung des Unglücks wurde vieles richtig gemacht. So konnte zumindest der Rechtsfrieden zwischen den Beschuldigten und der Familie des Opfers wiederhergestellt werden, weil die Angeklagten ihre Schuld eingestanden. Das ist keine Selbstverständlichkeit und hat zur Beendigung des Verfahrens beigetragen. Auch der Cevi Schweiz hat richtig reagiert, indem er sich damals wie heute schützend vor die Gruppe Weiningen-Geroldswil gestellt und ihr bei der Bewältigung des Unglücks geholfen hat. Gleichzeitig hat er den Umgang mit den in Lagern so beliebten Seilbahnen strikten Regeln unterworfen, dem fehlbaren Lagerleiter den Bau einer solchen künftig verboten. Das alles macht «Zack» nicht wieder lebendig. Es ist aber auch alles, was nach so einem Ereignis getan werden kann.