Lohngleichheit
Gleichstellung braucht langen Atem

Zum Kampf des Zürcher Kindergarten-Lehrpersonals gegen diskriminierende Löhne.

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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Das Zürcher Kindergarten-Lehrpersonal fühlt sich lohnmässig diskriminiert. Symbolbild/Chris Iseli

Das Zürcher Kindergarten-Lehrpersonal fühlt sich lohnmässig diskriminiert. Symbolbild/Chris Iseli

Chris Iseli

Die Personalverbände des Zürcher Kindergarten-Lehrpersonals gehen vor Gericht. Sie wehren sich gegen den gestrigen Entscheid des Regierungsrats, wonach die Kindergartenlöhne im Kanton Zürich nicht diskriminierend seien.

Ihr Kampf dauert schon lange. Bereits die heutige Regelung, wonach das Kindergarten-Lehrpersonal 87 Prozent des Lohns ihrer Lohnklasse im kantonalen Lohnreglement erhält, wurde vor Bundesgericht erstritten. Das war im Jahr 2000. Zuvor hatte sich das Kindergarten-Lehrpersonal mit
80 Prozent begnügen müssen. Nun wäre es Zeit, wie bei allen anderen Kantonsangestellten auf 100 Prozent zu kommen. Voller Lohn für volle Arbeit – dagegen spricht grundsätzlich nichts.

Zumal die Arbeit des Kindergarten-Lehrpersonals sich in den letzten Jahren markant verändert hat: Der Kindergarten wurde 2008 Teil der Volksschule, erhielt einen verbindlichen Lehrplan, Elterngespräche wurden obligatorisch – und das Einstiegsalter der Kindergärtler sinkt. Vor diesem Hintergrund wirkt die Argumentation des Regierungsrats fadenscheinig: An den Grundlagen für die Festsetzung des Lohns, die im Jahr 2000 gegeben waren, habe sich «nichts Wesentliches verändert», schreibt die Regierung.

Was sich vor allem nicht wesentlich verändert hat, ist die Tatsache, dass in einem typischen Frauenberuf tiefere Löhne bezahlt werden als sonst üblich. Das gilt es endlich zu ändern. Insofern ist die Klage der Kindergarten-Personalverbände berechtigt. Gleichstellung braucht einen langen Atem.