Schulraumplanung
Geheimnistuerei ist nicht zielführend

Beim Dauerthema Schulraumplanung gibt sich die Stadt Dietikon unnötig zugeknöpft.

Gabriele Heigl
Gabriele Heigl
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Eine fünfköpfige Arbeitsgruppe brütet über die nächsten Schritte in der Schulraumplanung.

Eine fünfköpfige Arbeitsgruppe brütet über die nächsten Schritte in der Schulraumplanung.

Gabriele Heigl

Gleich an zwei Tagen hintereinander gab es Grund zur Freude für die Dietiker Schulraumplaner. Gestern konnte der neue Guggenbühl-Doppelkindergarten eröffnet werden, und am Abstimmungssonntag gab es ein Ja zum Steinmürli-Schulpavillon. Aus dieser Position der Stärke heraus könnten sich Stadtpräsident Otto Müller und Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani entspannt zu den nächsten Schritten äussern. Stattdessen reagieren sie zugeknöpft, wenn es um Zahlen und Planungen geht: Mit wie vielen Schülern muss man in den nächsten zehn Jahren rechnen? Wo werden wann welche neuen Kindergärten errichtet? Wie geht es weiter, wenn die Limmatfeld-Schule sich durch die Moorschutzverordnung verzögert oder gar nicht geplant werden kann?

Die Frage nach einem Plan B ist berechtigt, vor allem angesichts dessen, dass das Fehlen eines solchen Worst-Case-Szenarios sich beim Nein der Dietiker zum Mietschulhaus im Limmatfeld als fatal herausstellte. Der Unmut darüber, dass man mit der Frage nach einem Plan B überhaupt kommt, lässt darauf schliessen, dass es auch dieses Mal keinen gibt. Immerhin kommt seit ein paar Monaten eine Arbeitsgruppe in Sachen Schulraumplanung zusammen. Doch auch über den Inhalt der Sitzungen oder nur über die diesen zugrundeliegenden Schülerzahlen schweigen sich Müller und Balbiani aus. Eine schlechte Strategie. Besser wäre es, die Bevölkerung zeitnah über alle Zahlen in Kenntnis zu setzen und sie frühzeitig in den Planungsprozess mit einzubeziehen. Vor allem für eventuell problematische Szenarien ist der einzige gangbare Weg ein offensiver Umgang damit.

kontakt: gabriele.heigl@azmedien.ch