Kommentar
Es ist eine emotionale Frage

Birmensdorf soll im November über den Teilaustritt aus dem Spitalverband Limmattal befinden. Der Entscheid des Gemeinderats hinterlässt offene Fragen.

Alex Rudolf
Alex Rudolf
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Birmensdorf will aus dem Spitalverband austreten – zumindest teilweise. (Archiv)

Birmensdorf will aus dem Spitalverband austreten – zumindest teilweise. (Archiv)

Anna Järmann

Mit dem Plan eines möglichen Teilaustritts aus dem Spitalverband Limmattal überrascht der Birmensdorfer Gemeinderat. Er beabsichtigt, im Bereich Akutspital zu bleiben, dem Bereich Pflege jedoch den Rücken zu kehren. Dies, weil mit dem örtlichen Alterszentrum Am Bach die Bedürfnisse der Bevölkerung abgedeckt seien und sich damit bis zu knapp 900'000 Franken (über 13 Jahre verteilt) einsparen lassen. So viel betrüge der Anteil, den Birmensdorf an den Neubau des Pflegezentrums des Spitals entrichten müsste.

Der mögliche Teilaustritt hinterlässt einige offene Fragen. Zwar ist der Anteil von mit Birmensdorfern belegten Betten im Pflegezentrum unterdurchschnittlich, die Gemeinde zahlt unter dem Strich zu viel. Doch gelangen Pflegebedürftige erst ins «Limmi»-Pflegezentrum, wenn eine intensive und spezialisierte Behandlung notwendig ist. Die Anzahl Personen, die diese benötigen, oder gar deren Wohnort vorauszuplanen, ist sehr schwierig. Gut möglich, dass der Wind dreht und innert kurzer Zeit die Anzahl Birmensdorfer Fälle im «Limmi»-Pflegezentrum rapide steigen. Die Rechnung des Gemeinderates könnte schnell nicht mehr aufgehen.

Zudem darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass für viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Zugehörigkeit zu einem Spitalverband eine emotionale Angelegenheit ist. Dies zeigte zuletzt der versuchte Austritt Urdorfs von 2012. Die Zugehörigkeit symbolisiert Sicherheit und Gewohnheit. Gefühle, die den Birmensdorfern möglicherweise bis zu 900'000 Franken über 13 Jahre verteilt wert sind.