Kommentar
Endlich einig – aber das Problem ist ungelöst

Das Unispital und der Heimatschutz einigen sich – doch für wie lange?

Oliver Graf
Oliver Graf
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Der langwierige Gang durch die Gerichte ist vorerst aufgeschoben. Die Verantwortlichen des Zürcher Unispitals können ihre Sanierungs- und Umbauvorhaben nun endlich konkretisieren und vorantreiben. Der Zürcher Heimatschutz hat seine Beschwerde gegen einen (provisorischen) Ersatzbau auf dem Gelände des schönen, geschützten Spitalparks gestern zurückgezogen.

Diese Einigung war längst überfällig – die Zeit drängt. Schon 2011 hatte der Regierungsrat erklärt, dass ein «rasches, entschlossenes Handeln» erforderlich sei. Das Unispital sprach gestern denn auch von «einem entscheidenden Schritt». Doch die Einigung ist nur auf einem Nebenschauplatz erfolgt. Beigelegt ist der Zwist um den geplanten Modulbau im Park, der als «Rochadefläche» während des Umbaus und der Sanierung des Hauptgebäudes genutzt und nach spätestens 20 Jahren abgebrochen wird.

Bezüglich der weiteren Planung im Spitalareal haben sich aber die beiden Parteien trotz der seit Monaten laufenden Gespräche nicht finden können. Der Heimatschutz spricht nach wie vor von einem überaus sensiblen Ort und verlangt Lösungen für die inventarisierten Objekte. Zwar haben Unispital und Heimatschutz nun vereinbart, in einen «regelmässigen Dialog» zu treten. Doch halbjährliche Gespräche werden die bestehenden Meinungsverschiedenheiten über die Entwicklung im Hochschulquartier nicht aufheben können. Damit zeichnet sich ein neuerlicher Gang an die Gerichte ab. Weitere Verzögerungen sind aber weder im Sinne der Patienten und Angestellten noch eine gute Nachrichten für den Forschungsstandort Zürich.