Kommentar
Einladung zum Essen oder Vorbereitung auf einen Spitalaufenthalt?

Kürzlich erhielt ich die Einladung zu einer Veranstaltung einer staatlichen Organisation. Es ging irgendwie um Natur, Wald und Umwelt.

Riccarda von Mecklenburg
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Fleisch! Keine Einschränkungen!

Fleisch! Keine Einschränkungen!

Keystone

Da es noch ein gesetztes Essen gab, wurde man auf der Einladungskarte gebeten, Näheres über seine Essgewohnheiten bekannt zu geben. Das ist ja eigentlich sehr freundlich und umsichtig von einem Gastgeber, auf die persönlichen Vorlieben einzugehen.

Und einen mittels ankreuzbarer Wahl oder sogar frei beschreibbarem Feld vor unliebsamen kulinarischen Überraschungen, wie in meinem Fall Kutteln, Hirn, Schweinefüsse oder Rinderzunge, zu bewahren.

Leider war es nicht so einfach wie gedacht. Zur Wahl stand Vegetarisches, das ist ja noch in Ordnung. Dann Veganes, das muss ja leider heute sein, wobei ich immer noch nicht verstehe, warum laut Veganern der Konsum von Honig anscheinend kriminell sein soll.

Aber nach der Option Veganes wurde es richtig schwierig: Es kam die Frage nach glutenfreier Kost, ovo-lakto-vegetabilem Menü, laktosefreiem Essen, salz-, fett- und kalorienreduzierten Speisen oder diabetischer Schonkost.

Inzwischen versicherte ich mich, ob ich nicht die Einladung mit der Anmeldung für einen Spitalaufenthalt verwechselt hatte. Dann kam noch die Option für religiös motivierte Einschränkungen. Ich drehte die Einladung hin und her und suchte die Option: Fleisch!

Keine Einschränkungen! Ganz normal! Kurz, die gab es nicht. Ich habe mich dann nicht angemeldet. Es war mir einfach zu kompliziert.