Kommentar
Ein neuer Unort muss verhindert werden

Schlieren lernt aus seinen alten Fehlern und will beim Ausbau der Bernstrasse mitreden.

Alex Rudolf
Alex Rudolf
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Knackpunkt Engstringerkreuzung: Die Pläne des Kantons vermögen die Stadt nicht zu überzeugen.

Knackpunkt Engstringerkreuzung: Die Pläne des Kantons vermögen die Stadt nicht zu überzeugen.

BHI

Auf die Anwohner der Schlieremer Bern- und Überlandstrasse kommen grosse Veränderungen zu. Denn diese beiden Strassenabschnitte sollen den motorisierten Individualverkehr aufnehmen, der durch den Bau der Limmattalbahn von der Badener- und Zürcherstrasse verbannt wird. Wie sich der Ausbau jedoch ausgestaltet, darüber haben Stadt und Kanton andere Vorstellungen. Mit umfassenden Einwendungen gegen das Vorprojekt des Kantons will der Schlieremer Stadtrat erreichen, dass der Ausbau siedlungsverträglich ausgeführt wird.

Wohlweislich kämpft der Stadtrat etwa für weniger Spuren, mehr Grün und eine sinnvolle Platzierung von technischen Anlagen. Denn bereits beim Ausbau der Badener- und Zürcherstrasse in den 1970er-Jahren wurde eine mehrspurige Kantonsstrasse durch Schlieren gezogen, welche es für die kommenden Jahrzehnte definieren sollte. Das grosse Verkehrsaufkommen erschwerte die Weiterentwicklung zu einer attraktiven Stadt. Über Jahrzehnte haftete Schlieren schweizweit der Ruf eines Unorts an.

Erst mit dem Bau der Limmattalbahn und der Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf die nördliche Seite der SBB-Gleise wird die Stadt dieses Handicap los. Bekanntlich soll man aus Fehlern lernen. Daher ist es richtig, dass der Stadtrat vorausschaut und der nächsten Generation nicht dieselben Probleme hinterlassen wird, mit denen er zu kämpfen hatte. So kann mit einer umsichtigen Strassengestaltung verhindert werden, dass auch die Achse Bern–Überlandstrasse dereinst zu einem schweizweit bekannten Unort wird.