Limmattalbahn
Ein Kantonsrats-Ja ist erwartbar – doch es könnte nicht reichen

Jürg Krebs über die weiteren Entwicklungen hinsichtlich der Limmattalbahn.

Jürg Krebs
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Die Limmattalbahn soll von Altstetten nach Killwangen führen. Am 30.März entscheidet der Zürcher Kantonsrat über das Projekt. Danach ist der Aargauer Grosse Rat an der Reihe.

Die Limmattalbahn soll von Altstetten nach Killwangen führen. Am 30.März entscheidet der Zürcher Kantonsrat über das Projekt. Danach ist der Aargauer Grosse Rat an der Reihe.

ZVG

Klar doch: Erst der Zürcher Kantonsrat wird über das Schicksal der Limmattalbahn entscheiden. Doch das Ja seiner Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (Kevu) darf als richtungsweisend angesehen werden.

Gestern gab sie bekannt, dass sie die regierungsrätliche «Vorlage 5111» mit dem Titel «Limmattalbahn und ergänzende Massnahmen Strassennetz» mit 13:2 Stimmen zur Annahme empfiehlt.

Die Analyse der Kommissionsempfehlung lässt den Schluss zu: Die Bahnbefürworter können mit einem positiven Entscheid des Kantonsrates rechnen, wenn dieser am 30. März die Vorlage behandeln wird. Der Grund für diese Einschätzung liegt in der ablehnenden Haltung der Kommissionsminderheit (zwei SVP-Mitglieder) begründet.

Ihr Sprecher erklärte nämlich, dass sie die Limmattalbahn nicht grundsätzlich ablehnt, also im Grunde genommen für die Bahn ist. Die Kommissionsminderheit will aber die Kritik aus dem Limmattal, soweit möglich, berücksichtigt wissen, weshalb sie Nein gestimmt hat.

Einen Ablehnungsantrag wird es aber nicht geben. Damit wird deutlich: Eine Fundamentalopposition ist im Kantonsrat nicht zu erwarten.

Das hat seinen Grund: Die Vorlage zur Limmattalbahn ist keine reine Bahnvorlage. 136,3 Millionen werden flankierend in den Ausbau des Limmattaler Strassennetzes investiert. Damit ist die wichtigste politische Voraussetzung für den Erfolg grösserer Verkehrsprojekte im Kanton erfüllt: Kein öV ohne zusätzliches Strassenprojekt, keine Strasse ohne zusätzlichen öV.

Nicht zuletzt ist das Ziel der Limmattalbahn von kantonalem Interesse: den Gesamtverkehr flüssig halten.

Dennoch ist es sehr gut möglich, dass nicht der Kantonsrat das letzte Wort zum Limmattalbahn-Projekt haben wird. Die grösste Kritik kommt nämlich schon lange von ausserhalb. Limmattaler Bahn-Gegner werden versuchen, mittels Unterschriftensammlung eine Volksabstimmung zu erreichen.