Kommentar
Drei Szenarien sind denkbar

Auf seinen Entscheid haben alle gewartet: Ramon Steffen tritt im zweiten Wahlgang der Dietiker Statthalterwahl nicht mehr an.

Bettina Hamilton-Irvine
Bettina Hamilton-Irvine
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Ramon Steffen, Simon Hofmann und Adrian Leimgrübler (von links) stellten sich für den ersten Wahlgang.

Ramon Steffen, Simon Hofmann und Adrian Leimgrübler (von links) stellten sich für den ersten Wahlgang.

Sandra Ardizzone

Völlig unverhofft kommt die Nachricht nicht: Steffen schnitt mit 27,7 Prozent der Stimmen zwar überraschend gut ab, landete aber dennoch auf dem dritten Platz. Vor ihm lieferten sich Adrian Leimgrübler mit 36,3 und Simon Hofmann mit 34,7 Prozent der Stimmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Dass sich die die Stimmen fast zu je einem Drittel auf die drei Kandidierenden aufteilten, lässt tief blicken. So konnten alle drei punkten, keiner aber eine Mehrheit überzeugen. Leimgrübler, der gebürtige Limmattaler, der 14 Jahre lang Statthalter war, ist der bekannteste Kandidat. Verunsichert haben jedoch seine fristlose Entlassung im Dezember 2015 und das laufende Strafverfahren, dessen Einstellung erst kürzlich angekündigt wurde. Hofmann wird von allen Parteien unterstützt und steht für einen Neuanfang. Sein Nachteil: Er war zuvor unbekannt und lebt nicht im Bezirk. Steffen war als – zwar ebenfalls unbekannter – Parteiloser eine unabhängige Alternative.

Wem werden seine Stimmen nun zufallen? Am realistischsten ist wohl: Hofmann, der als junger Jurist ohne Altlasten ein ähnliches Profil hat. Nicht ausgeschlossen ist aber auch: Leimgrübler, der zwar in der FDP ist, aber wie Steffen von keiner Partei unterstützt wird. Denkbar ist letztlich jedoch auch, dass im zweiten Wahlgang noch mehr Wähler einen leeren Zettel einlegen werden. Weil sie verwirrt und müde von dem Hin und Her sind. Klar ist nur: Der zweite Wahlgang wird spannend.