Wahlen
Dietiker Stadtratswahlen: Wo bleiben die Frauen?

Geschieht nicht noch ein Wunder, wird der Bezirkshauptort ab 2018 von einem reinen Männergremium regiert.

Sophie Rüesch
Sophie Rüesch
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Der Dietiker Stadtrat 2004

Der Dietiker Stadtrat 2004

zvg

Seit Mittwoch ist klar: Frauen bleiben im Bundesrat bis auf weiteres untervertreten. Seit gestern ist aber auch so gut wie klar: Frauen werden im Dietiker Stadtrat bald gar nicht mehr vertreten sein. Mit der gestern bekannt gegebenen Kandidatur von SP-Gemeinderat Anton Kiwic bricht nun auch die letzte Hoffnung weg, dass zumindest eine Frau ins Rennen steigt. Geschieht nicht noch ein Wunder, wird Dietikon ab 2018 von Männern regiert.
Lange rätselte man, ob die SP noch eine Frau aufstellen würde. Ist sie doch auch die Partei, die sich die Frauenförderung am prominentesten ins Parteibuch geschrieben hat und diese bei der Besetzung politischer Ämter auch landauf, landab lebt. Das nimmt aber die anderen Parteien nicht aus der Verantwortung: Sie haben es genauso verpasst, Frauen auf ihrem Weg in die aktive Politik zu fördern und Kandidatinnen aufzubauen.
Dass es so unmöglich nicht sein kann, geeignete und willige Frauen zu finden, wenn es einem denn nur wichtig genug ist, zeigt sich ein paar Kilometer limmataufwärts: In Schlieren sind seit 2010 immerhin zwei Frauen im Stadtrat vertreten, während es im selben Zeitraum in Dietikon nur eine, die nun abtretende Esther Tonini (SP), war. Und die Chancen, dass Schlieren ab 2018 eine Frau vorsteht, könnten nicht besser sein. Gelingt es Stadtpräsidiumskandidatin Manuela Stiefel (FDP), diese auch zu verwerten, wäre sie nach Parteikollegin Rita Geistlich zudem bereits die zweite Schlieremer Stadtpräsidentin. Währenddessen wartet Dietikon immer noch auf sein erstes weibliches Stadtoberhaupt. Und ab 2018 auch wieder darauf, dass überhaupt eine Frau im Stadtrat sitzt.