Dietikon
Diese Lektion hat einiges gekostet

Mit fast 20 Jahren Verspätung legt der Kanton einen Entwurf für den Schutz des Flachmoors Schachen in Dietikon ein.

Bettina Hamilton-Irvine
Bettina Hamilton-Irvine
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Das Flachmoor Antoniloch zwischen Dietiker Werkhof und Coop Verteilzentrum hätte schon 1997 offiziell geschützt werden sollen.

Das Flachmoor Antoniloch zwischen Dietiker Werkhof und Coop Verteilzentrum hätte schon 1997 offiziell geschützt werden sollen.

Sandro Zimmerli

Es ist kaum zu glauben: Die Schutzverordnung für das Flachmoor Schachen in Dietikon, die der Kanton gestern präsentiert hat, kommt fast 20 Jahre zu spät. Schon 1994 verpflichtete der Bund die Kantone, ihre Flachmoore innerhalb von drei Jahren mit einer Verordnung zu schützen. Dass Zürich sich so lange nicht darum gekümmert hat, rechtfertigte eine Sprecherin vor drei Jahren mit dem Hinweis, es gäbe im Kanton 125 Flachmoore von nationaler Bedeutung. Man habe Prioritäten setzen müssen. Das mag wohl sein. Trotzdem drängt sich der Verdacht auf, dass der Kanton gehofft hat, niemand merke, dass das Moor immer noch nicht geschützt ist. Erstaunlich ist auch, dass die Stadt Dietikon, die 2012 über einen angrenzenden Gestaltungsplan abstimmen liess, den Kanton nicht früher und vehementer darauf hingewiesen hatte, dass die Situation geregelt werden muss.

Denn einerseits ist gerade dort, wo, wie in Dietikon, schützenswerte Natur und urbane Entwicklung auf engstem Raum aufeinanderprallen, eine sorgfältige und weitsichtige Planung besonders wichtig. Andererseits ist es für das Gewerbe höchst ärgerlich, dass die Entwicklung im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt nach wie vor blockiert ist. Denn obwohl das Stimmvolk vor bereits vier Jahren Ja gesagt hat zum städtischen Gestaltungsplan, wird dieser erst rechtsgültig, wenn der Moorschutz in Kraft gesetzt worden ist. Nicht zuletzt ist auch die Schulraumplanung tangiert: Denn die Pläne für das dringend benötigte Schulhaus mussten ebenfalls auf Eis gelegt werden, bis Sicherheit besteht. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld – für Übergangslösungen und Provisorien.

Zwar ist es positiv, dass die Schutzverordnung nun endlich vorliegt – auch wenn es noch dauern wird, bis sie in Kraft ist. Doch die jahrelangen Blockaden hätte man sich mit einer vorausschauenden Planung sparen können: Das ist die teure Lektion für das nächste Mal.