Wildtiere
Die Wildtiere erobern die Stadt: Wir müssen uns daran gewöhnen

Der Luchs, der Wolf und nun der Biber. Keine Frage die Wildtiere sind zurück, und dies sogar im städtisch geprägten Limmattal. Doch was bedeutet dies für Mensch und Tier?

Jürg Krebs
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Bei den Limmatauen zwischen Dietikon und Geroldswil wurde dieser Biber fotografiert.

Bei den Limmatauen zwischen Dietikon und Geroldswil wurde dieser Biber fotografiert.

Nicolas Petit

Nach dem Wolf und dem Luchs, der 2011 in Bergdietikon seine Spuren hinterlassen hat, kehrt auch der Biber erneut ins Limmattal zurück – schwimmend sozusagen. Denn der Nager hat sich in den Limmatauen zwischen Dietikon und Geroldswil niedergelassen und scheint dort ein aktives Leben zu führen. Er ist einer von rund 250 Tieren, die im Kanton Zürich zu Hause sind, so viele sollen es gemäss der neu geschaffenen Biberfachstelle des Kantons Zürich sein.

Die Rückkehr der Wildtiere in den städtischen Raum ist vom Kanton gewollt und gefördert und wird von Naturschutzorganisationen begrüsst. Doch er ist für die Tiere nicht frei von Gefahren. Der Wolf wurde in Schlieren vom Zug erfasst und getötet. Der erste im Zürcher Limmattal bekannte Biber der letzten Jahrzehnte wurde im vergangenen September von
einem Auto in der Fahrweid überfahren. Auch er hatte sich die Limmatauen
als Lebensraum ausgesucht.

Biber, Luchs und Wolf zeigen: Das Limmattal verändert sich. Nachdem vor 100 Jahren die Limmat begradigt und die Natur in ein Korsett gezwängt worden war, zum Wohle von Landwirtschaft und Industrie sowie zum Schutze der Anwohner, wird seit einigen Jahren ein Mittelweg gesucht. Mit den Auenparks Geroldswil und Oberengstringen wurde der Limmat und der Natur ein Stück Freiheit zurückgegeben, ohne das Siedlungsgebiet zurückzubinden. Andernorts soll die Natur vor dem sich ausdehnenden Siedlungsgebiet geschützt werden. Der nicht immer konfliktfreie Umgang mit dem Biber im Zürcher Weinland zeigt, wir werden uns erst noch an die neuen Wildtiere gewöhnen müssen – und diese an uns, wie das Schicksal des ersten Wolfs und ersten Bibers zeigt.