Kommentar
Die vorhandene Technologie muss eingesetzt werden

Die Umweltarena baut das weltweit erste Mehrfamilienhaus ohne Strom-, Öl- und Erdgasanschluss.

Alex Rudolf
Alex Rudolf
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Umweltarena Spreitenbach
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Grosser Anlass mit vielen Vertretern aus der Wirtschaft. Moderiert von Kurt Äschbacher. Im Bild: Alt Bundesrat Moritz Leuenberger.
Energieautarkes Mehrfamilienhaus.

Umweltarena Spreitenbach

Jiri Reiner

Am Mittwoch legte Walter Schmid, Verwaltungsratspräsident der Umweltarena, den Grundstein für das weltweit erste energieautarke Mehrfamilienhaus der Welt. Es wird ohne Anschlüsse für Strom-, Öl- und Erdgas auskommen. Damit will Schmid mit seinen rund 40 Projektpartnern zeigen, dass ein Wohngebäude bereits heute Energie generieren und langfristig speichern kann. Dies zu einem adäquaten Preis: So übersteigt die Bausumme diejenige eines vergleichbaren Minergie-Hauses nur um 10 Prozent. Die Mieter bezahlen am Schluss für eine 4,5-Zimmer-Wohnung rund 2500 Franken.

Das Mehrfamilienhaus ist jedoch weit mehr als eine umweltfreundliche Behausung. Schmid will mit dem Bau zeigen, dass die Technologien zur Energiegewinnung, Isolation von Gebäuden und Energiespeicherung in der Praxis funktionieren. Hausbesitzer sollen sehen, dass auch mit einzelnen Anwendungen Einsparungen gemacht werden können, die sich auszahlen. Dies ist ebenso wünschenswert wie dringlich.

Dringlich nicht nur deshalb, weil solche Initiativen die Energiewende begünstigen. Sondern auch, weil die Schweiz über fast keine natürlichen Rohstoffe verfügt und die Abhängigkeit von Öllieferanten gross ist. Auf die weitere Erforschung, aber auch den Einsatz von Technologien für die Gewinnung von nachhaltiger Energie zu setzten, wird sich deshalb als richtig erweisen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil dadurch die Attraktivität des Forschungsstandortes Schweiz profitieren wird.