Kolumne
Die Mission geht auch nächstes Jahr weiter

Die Lebensmittelaktivistin Hélène Vuille blickt in ihrer Kolumne auf das vergangene Jahr zurück. Ihren Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung wird sie auch im neuen Jahr fortsetzen.

Hélène Vuille
Hélène Vuille
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Ein Bewohner im Odachlosenhospiz im Zürcher Kreis 5 nimmt ein Stück Schwarzwäldertorte entgegen.
Das Angebot an Tagesfrischprodukten ist reich: Neben Backwaren, Käseküchlein und Süssigkeiten sind auch Salate vorhanden.
Hélène Vuille liefert Esswaren in ein Obdachlosenhospiz
Hélène Vuille bringt nicht nur Lebensmittel ins Hospiz. Sie hat auch ein offenes Ohr für die Sorgen der Bewohner.
Auch während der Essenszeit läuft im Aufenthaltsraum pausenlos der Fernseher.

Jiri Reiner

Zurückblickend auf das Jahr 2014 habe ich viel Schönes erlebt. Die Geburt meines Enkels Laurin Raphael; ein kleines Wunder, das gerade daran ist, mit seinen Augen, seiner Neugier, seinen Händen und seiner Stimme, eine neue Welt zu erkunden – uns eine Welt zu zeigen, die für uns ihren Platz bereits verloren zu haben scheint.

Menschen, die nichts haben, verdeutlichten mir, wie wenig man eigentlich braucht, um glücklich zu sein – und sei es auch nur für einen kurzen Moment. Sie haben mir nicht nur ihre Welt gezeigt, sondern auch, was es heisst, nicht beachtet oder mit Verachtung gestraft zu werden. Vor allem aber haben sie auf die immer grösser werdende Zerrissenheit in unserer Gesellschaft hingedeutet.

Menschen, die begonnen haben, anderen zu helfen, berichten über neues Glück, berichten darüber, was es heisst, Verantwortung auf der anderen Seite zu übernehmen. Das Jahr 2014 hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, nicht nur Obdachlosenheime und betreute Wohnmöglichkeiten zu beliefern, sondern auch neue Abgabestellen von Tagesfrischprodukten zu schaffen. So gelangen diese an Menschen, die sich solche Lebensmittel niemals leisten könnten.

Für das Jahr 2015 wünsche ich mir, dass viele Gemeinden den vorbildlichen Projekten in Thalwil und Birmensdorf folgen werden. Das ist mein Ziel und darauf werde ich mich im nächsten Jahr konzentrieren – gerade auch im Limmattal hoffe ich, noch einiges zu bewegen.

Die Autorin ist Lebensmittelaktivistin und war Limmattalerin des Jahres 2013. Sie lebt in Birmensdorf.