Prügel-Polizist
Die Entlassung ist unumgänglich

Es hat lange gedauert, aber schlussendlich ist der Stadtrat doch zur richtigen Entscheidung gelangt: Der Polizist, der zusammen mit einem Kollegen im Schrebergarten in Schlieren einen Mann verprügelte, wurde entlassen.

Jürg Krebs
Jürg Krebs
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In diesem Schrebergarten haben die Beamten einen Randständigen verprügelt, urteilte das Zürcher Obergericht.

In diesem Schrebergarten haben die Beamten einen Randständigen verprügelt, urteilte das Zürcher Obergericht.

Florian Niedermann

Nachdem das Zürcher Obergericht zwei Schlieremer Stadtpolizisten wegen einfacher Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und mehrfachen Amtsmissbrauchs am Dienstag schuldig gesprochen hatte, reagierte am Freitag die Stadt Schlieren: Sie löst das Arbeitsverhältnis mit dem noch im Dienst verbliebenen Angestellten auf.

Der zweite Stadtpolizist hat den Dienst in Schlieren bereits vor dem erstinstanzlichen Urteil vom Dezember 2013 quittiert.

Der Schlieremer Stadtrat hat sich bemerkenswert viel Zeit gelassen mit seinem Entscheid, hat überaus vorsichtig agiert. So wird der verbliebene Stadtpolizist zwar entlassen, aber nicht fristlos, was aufgrund der Sachlage möglich wäre. Bereits nach dem Entscheid des Bezirksgerichts 2013 wurde nicht zum härtesten Mittel gegriffen, der Polizist aber bereits freigestellt. Die Begründung damals: Die Stadt wolle das Urteil des Obergerichts abwarten.

Man kann dem Stadtrat Zögerlichkeit vorwerfen. Man kann ihn aber auch dafür loben, nicht vorschnell zu handeln und sich schützend vor seine Angestellten zu stellen. Denn schon manches Urteil wurde von der zweiten Instanz aufgehoben. Diesmal nicht. Im Gegenteil, das Urteil wurde im grossen Ganzen bestätigt.

Deshalb war der Stadtrat aufgrund der Sachlage nun zum Handeln gezwungen. Es geht nämlich nicht nur um die Wahrheitsfindung vor Gericht. Die Stadtregierung hat eingesehen, dass auch das Vertrauen in die ganze Polizeiarbeit auf dem Spiel steht. Das tut sie auch, je länger der Fall dauert. Der Entscheid ist deshalb unumgänglich. Und der einzig richtige.