Wahlen
Die Bandbreite der Ständerats-Kandidaten ist erfreulich

Ruedi Noser (FDP), Hans-Ueli Vogt (SVP) und Bastien Girod (Grüne) kämpfen um Einzug ins «Stöckli».

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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Girod Vogt Noser.jpg

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Keystone

Jetzt steht es definitiv fest: Beim zweiten Wahlgang der Zürcher Ständeratswahl am 22. November treten mit Ruedi Noser (FDP), Hans-Ueli Vogt (SVP) und Bastien Girod (Grüne) Kandidaten aller grossen politischen Lager an. Am Mittwochabend segnete die SVP-Delegiertenversammlung Vogts Kandidatur ab. Sie widersetzte sich damit dem Druck der anderen bürgerlichen Parteien, die gerne einen Rückzug des SVP-Kandidaten gesehen hätten.

Aus taktischen Überlegungen wäre Vogts Rückzug durchaus sinnvoll gewesen: So wäre es praktisch sicher gewesen, dass neben dem schon im ersten Wahlgang gewählten Daniel Jositsch (SP) mit Noser der am 18. Oktober stärkste Ständeratskandidat der Bürgerlichen das Ticket ins «Stöckli» erhalten hätte.

Jetzt bleibt es spannend. Zwar ist Noser in der Favoritenrolle, da er von Mitte-Rechts bis hinein in SP-Kreise unterstützt wird. Doch auch Vogt als Kandidat des national-konservativen und Girod als Vertreter des links-grünen Lagers können sich noch bescheidene Chancen ausrechnen. Nimmt man die Nationalratswahlen vom 18. Oktober zum Massstab, haben alle drei Lager ein Wählerpotenzial von plus/minus 30 Prozent.

Ein Duo Jositsch/Noser würde den Kanton Zürich am ausgewogensten vertreten. Ein Duo Jositsch/Vogt würde sich im Ständerat weitgehend neutralisieren. Ein Duo Jositsch/Girod böte einen gewissen Ausgleich zum Rechtsrutsch der Nationalratswahlen vom 18. Oktober und käme einer ungeteilten Zürcher Standesstimme gleich. Das Stimmvolk hat die Wahl – und die Bandbreite der Auswahl ist erfreulich.