Zürcher Immobilienmarkt
Die Agglo hat ihre eigenen Werte

Die Immobilienpreise im Kanton Zürich steigen, wie der neue Zürcher Wohneigentumsindex zeigt. Schon nächstes Jahr soll sich das ändern. Der Kommentar.

Lina Giusto
Lina Giusto
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Zürcher Immobilienmarkt: Die Preise sind deutlich gestiegen. (Symbolbild)

Zürcher Immobilienmarkt: Die Preise sind deutlich gestiegen. (Symbolbild)

Thinkstock

Die Zürcher Kantonalbank unterteilt mit dem neuen Wohneigentumsindex die Wohnlandschaft im Kanton nicht mehr nur in zwei, sondern neu in drei Regionen: See, Regio und Land. Regio könnte man auch als Agglomeration bezeichnen, da sie die «Ortschaften im Einzugsgebiet der Stadt Zürich sowie Winterthur» umfasst. Die Gemeinden des Limmattals zählen damit zum neuen Teilindex. Diese neue Gliederung ist sinnvoll, da sie ein differenzierteres Bild des Wohnmarktes liefert.

Mehr aber noch geben die spezifischen Zahlen über die Preisentwicklungen von Einfamilienhäusern und Stockwerkeigentum den Agglo-Bewohnern ein Gesicht. Als mittelpreisig und suburban werden die Ortschaften rund um Zürich und Winterthur von den Bankspezialisten charakterisiert. Wer sich also weder Eigentum noch Miete in der Stadt leisten kann oder will oder aus persönlichen oder beruflichen Gründen die Nähe zur Grossstadt sucht, lebt in der Agglomeration. Laut Präsidialdepartement der Stadt Zürich ist die Bevölkerung im Zürcher Einzugsgebiet seit 2015 etwa gleich gross wie jene in der Stadt selber.

Die Einführung des Regio-Indexes ist damit nicht nur gerecht, sondern überwindet richtigerweise auch den Stadt-Land-Graben. Die Agglomeration als Bindestrich dazwischen, das «weder noch» zwischen Fisch und Vogel, erhält damit einen Platz im Wohnungsmarkt-Index. Dieser liefert Hinweise über die Attraktivität einer von einer durchmischten Bevölkerung bewohnten Wohnregion, die bislang diesbezüglich vernachlässigt worden ist.