Dietikon
Der Lärmschutz verzerrt den Markt

Im Limmatfeld will ein Eigentümer Büro- in Wohnflächen umwandeln. Lärmgesetze könnten im Weg stehen.

David Egger
David Egger
Drucken
Teilen
Aus Dietiker Gewerbeflächen wollen Vermieter Wohnraum erstellen.

Aus Dietiker Gewerbeflächen wollen Vermieter Wohnraum erstellen.

Sandra Ardizzone

In der Schweiz gibt es zu viele Gewerbeflächen. Dieses Überangebot wird sich laut Marktstudien sogar noch vergrössern. Es ist der Hoffnung auf das ewige Wachstum dieses Marktes geschuldet sowie der stärker verdichteten Bauweise, deretwegen viele Flächen aufs Mal auf den Markt kommen. Aber der Markt ist nicht alleine schuld. Vielmehr verzerren auch staatliche Gesetze diesen Markt, wie ein Beispiel aus dem Limmatfeld in Dietikon zeigt: Obwohl sich die Eigentümer der grösseren Nachfrage nach Wohnungen bewusst waren, mussten sie wegen der Lärmgesetze Büros bauen. Nun sollen daraus Wohnungen werden. Obs klappt, ist unklar: Denn die Büros waren Bedingung, um die Baubewilligung zu erhalten.

Angesichts des Überangebots an Gewerbeflächen ist das ein Irrsinn: Der Staat greift in die Wirtschaft ein, bevormundet sie und die Menschen, die gerne an einem solchen Ort wohnen würden, weil sie sich zum Beispiel gewohnt sind, mit geschlossenen Schallschutz-Fenstern oder Ohropax zu schlafen und am Tag den Lärm gar nicht merken, weil sie arbeiten gehen. Solche Menschen gibt es. Zudem gibt es Lärmschutzwände. In Dietikon kommen sie von der Nötzliwiese her und hören genau dort auf, wo das Limmatfeld beginnt. Die Planer wären gut beraten gewesen, sich in diese Richtung etwas zu überlegen.

Das zuweilen etwas verschlafene Limmatfeld-Quartier und die Steuerkasse der Stadt Dietikon könnten die zusätzlichen Bewohner gut gebrauchen. Es ist daher zu hoffen, dass die Umwandlung der Büro- in Wohnflächen im Limmatfeld bewilligt wird.

kontakt: david.egger@azmedien.ch