Hardturm
Der Kompromiss in der Stadionfrage

Das Projekt "Ensemble" gewinnt den Investorenwettbewerb der Stadt Zürich am Hardturm-Areal.

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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Hardturm Stadion
23 Bilder
Blick auf das geplante Hardturm-Stadion mit den beiden Hochhäusern.
So präsentiert sich die Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her.
Im Stadion sollen 18'500 Zuschauer Platz haben.
Grossräumig unter der Tribüne
Daniel Leupi verkündet das Siegerprojekt "Ensemble"
Auch Gerold Lauber spricht an der Medienkonferenz über den Investorenwettbewerb.
Die Überreste des ehemaligen Fussballstadions Hardturm 2015
Hier soll das neue Stadion gebaut werden.
Bis zum 13. November 2015 war eine Eingabe für den Investorenwettbewerb auf dem Hardturmareal möglich.
Neben dem Stadion sollen auch 175 gemeinnützige Wohnungen entstehen.
Grasshoppers-Fans forderten 2014 mit Transparenten ein neues Hardturm-Stadion.
Blick auf den Fussballplatz beim Legendenspiel Grasshoppers Club Zuerich gegen Neuchatel Xamax im Hardturm Stadion 2015. Das Spiel wird von Grasshopper-Fans organisiert, um darauf aufmerksam zu machen, dass auf dem Hardturm endlich ein neues Fussballstadion gebaut werden soll.
Auch der Zirkus Royal nutzte die Brache als Standort, um seine Zelte aufzuschlagen.
Auch Fahrende nutzten die Hardturm-Brache als Unterkunft.
Auch Fahrende nutzten die Hardturm-Brache als Unterkunft.
Auch Fahrende nutzten die Hardturm-Brache als Unterkunft.
Stadtrat Daniel Leupi spricht zu 2014 zu den Medien anlässlich des Investorenwettbewerbs.
2013: Ein Plakat plädierte für ein "Ja" zum Stadion Zürich.
2013 marschierten der FCZ und GC gemeinsam für ein Ja zum neue Fussballstadion.
Die Grasshoppers gewinnen am 3. Dezember 1977 das Nationalliga A Meisterschaftsspiel im Hardturm-Stadion in Zuerich gegen Etoile Carouge mit 3 zu 2 Toren. Der Grasshopper Ruedi Elsener, Mitte, bueckt sich, um die Schussbahn fuer seinen Mitspieler Andre "Bigi" Meier, rechts, freizuhalten.
Frierende Fans im ehemaligen Stadion 1962.
Frierende Fans im ehemaligen Stadion 1962.

Hardturm Stadion

HRS REAL ESTATE AG NIGHTNURSE IMAGES GMBH

Seit der Jahrtausendwende wälzt Zürich Pläne für den Bau eines neuen Hardturmstadions: Erst setzte die Credit Suisse als Investorin auf ein Stadion, das sie durch ein darunter liegendes Einkaufszentrum finanzieren wollte. Das Volks sagte Ja, doch Rekurse verzögerten das Projekt, ehe die CS schliesslich aufgab. Dann die Kehrtwende: Die Stadt wollte ein neues Hardturmstadion allein finanzieren und daneben gemeinnützige Wohnungen erstellen. Nur: Dem Stimmvolk waren die fürs Stadion veranschlagten 216 Millionen Franken zu viel. Es lehnte den Kredit ab, bewilligte jedoch die gemeinnützigen Wohnungen. Jetzt der Kompromiss: Ein Fussballstadion soll entstehen, daneben östlich gemeinnützige Wohnungen, westlich zwei renditeträchtige Hochhäuser. Es ist dies der gemeinsame Nenner aus 15 Jahren bislang vergeblicher Planung für ein neues Fussballstadion auf dem Hardturmareal.

Für GC und FCZ geht es ums finanzielle Überleben, wie die Vereinsoberen gestern beteuerten. Sie könnten über Werbeeinnahmen, Catering und die Namensrechte am neuen Stadion endlich etwas verdienen – falls sie so lange durchhalten. Wie lange es dauert, bis der Ball im neuen Stadion rollt, ist jedoch offen. Der Gestaltungsplan und die Konditionen, zu denen die Stadt den Investoren das Hardturm-Areal überlässt, führen zu mindestens einer, vielleicht auch zwei Volksabstimmungen – von Rekursen ganz zu schweigen. Und: Steht bis 2020 kein Stadionprojekt, hat die CS ein Rückkaufsrecht für das Hardturmareal. Diesmal ist es wohl wirklich Zürichs allerletzte Chance, ein neues Fussballstadion zu erhalten. Die Stadt sollte sie nutzen.

Kontakt: matthias.scharrer@azmedien.ch