Dietikons Festivalpläne
Der fehlende Weg aus dem Dilemma

Dietikon erhält keinen Nachfolgeanlass für das 2012 gescheiterte Big-Band-Festival. Einmal mehr heisst es seitens des Stadtrats: Das Geld fehlt. Natürlich, Dietikon muss die Ausgaben in den Griff bekommen. Doch spart sich die Stadt zu Tode?

Jürg Krebs
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Pepe Lienhard stand Pate für das Big-Band-Festival in Dietikon. Trotzdem kamen die erhofften Massen nicht.

Pepe Lienhard stand Pate für das Big-Band-Festival in Dietikon. Trotzdem kamen die erhofften Massen nicht.

Dietikon erhält nach dem Aus des Big-Band-Festivals im Jahr 2012 keinen neuen Grossanlass wie vom Stadtrat angekündigt. Dies erklärt der Stadtpräsident auf Anfrage. Als Grund führt er an: Die Stadt will sparen. Doch es fehlt ihr auch an einer zündenden Idee. Es ist gar nicht einfach, einen jährlich wiederkehrenden Grossanlass zu etablieren. Vor allem dann, wenn es nebenan in Zürich schon alles gibt. Film, Theater, Kino, Open-Air-Musik – das sind nur ein paar der massentauglichen Events, die dort Fuss gefasst haben. Als Kontrast dazu wurde in Dietikon über Volksmusik, Schlager und Comedy nachgedacht.

Die letzte Idee kam allerdings zu spät. Schlieren führt 2014 bereits zum dritten Male den Comedy-Herbst durch. Das Big-Band-Festival hatte für den Stadtrat vor allem ein Ziel: Den Namen Dietikon in der Schweiz bekannt zu machen und als Kulturstadt positiv zu besetzen. Das Festival war also die Bühne, auf der das Image aufpoliert werden sollte. Doch Big-Band-Musik zieht keine Massen an, auch wenn Pepe Lienhard in einer Hauptrolle zu sehen ist.

Die Stadt Dietikon steckt derzeit in einer verzwickten Situation. Dutzende Millionen kassiert sie jährlich aus dem innerkantonalen Finanzausgleich, um ihre Leistungen erbringen zu können. Mit dieser Bürde beladen, ist verständlich, dass sie spart, wo immer möglich und dies entsprechend kundtut. Die Folge ist aber, dass Dietikon in der Schweiz vor allem als finanzschwache Stadt mit hohen Soziallasten wahrgenommen wird. Also genau das repräsentiert, was das Big-Band-Festival vergessen machen sollte. Ein Teufelskreis: Das schlechte Image und in der Folge das Finanzproblem werden sich akzentuieren, wenn der Stadtrat keinen Weg aus dem Dilemma findet.

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