Kommentar
Den Finger in eine Wunde gelegt

Das ist starker Tobak, einem Konkurrenten im Wahlkampf schon mal vorsorglich Befangenheit zu unterstellen. Ramon Steffen, einer von drei Kandidaten für das Statthalteramt im Bezirk Dietikon, hinterfragt aber eine durchaus diskussionswürdige Vater-Sohn-Konstellation.

Gabriele Heigl
Gabriele Heigl
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Am 12. Februar, spätestens aber bei einer etwaigen Nachwahl am 21. Mai, steht fest, wer als neuer Hausherr hier einziehen darf.

Am 12. Februar, spätestens aber bei einer etwaigen Nachwahl am 21. Mai, steht fest, wer als neuer Hausherr hier einziehen darf.

Matthias Kessler

Meilens Statthalter Ueli Hofmann versieht seit Monaten Stellvertreteraufgaben als Dietiker Statthalter, einem Amt, das Sohn Simon Hofmann im August übernehmen möchte.

Auch wenn nach den Buchstaben des Gesetzes alles seine Richtigkeit hat und eine mögliche Befangenheit des potenziellen neuen Amtsinhabers wenig wahrscheinlich – eine saubere Lösung sieht anders aus. Es spricht nicht für eine besondere Sensibilität des Regierungsrates, dass er nicht spätestens nach der Nominierung von Simon Hofmann eine andere Stellvertreter-Lösung gesucht hat. Da hilft es auch nichts, dass der Vater nicht zusätzlich dem Bezirksrat, also der wahlleitenden Behörde, vorsitzt. Das wäre ja auch noch schöner.

Dass Vater Hofmann noch in anderer Weise involviert ist, befremdet zusätzlich. Laut Bezirks-FDP-Präsident Gérald Künzle hat der Vater dem Sohn bei der Findungskommission sozusagen ein Empfehlungsschreiben ausgestellt. Als Simon Hofmann, der praktisch erst mit seiner Nominierung der FDP beigetreten ist, schliesslich zum Kandidaten aller Bezirksparteien gekürt wurde, sah es zunächst sogar nach einer stillen Wahl aus. Kontrahent Ramon Steffen hat da den Finger in eine Wunde gelegt, die den Kandidaten Hofmann im Wahlkampf noch schmerzen könnte.