Kommentar
Das ungute Gefühl, abkassiert zu werden

Eine Busse ist immer ärgerlich. Wenn man sie von einer Privatperson bekommt, wurmt sie einen aber besonders. In Dietikon ist diese Situation gut bekannt.

Gabriele Heigl
Gabriele Heigl
Merken
Drucken
Teilen
In Dietikon werden sehr viele Bussen verteilt. (Symbolbild)

In Dietikon werden sehr viele Bussen verteilt. (Symbolbild)

Keystone

Mit der inflationären Zunahme der richterlichen Verbotsschilder an Privatparkplätzen geht auch eine Zunahme bei den Verzeigungen der Parksünder einher. Vor allem rund um das Zentrum Dietikon am Bahnhofplatz werden die Zahlungsaufforderungen für Umtriebsentschädigungen reichlich verteilt.

Da will jemand die unrechtmässige Nutzung seines Privatbesitzes abwehren und hat auch jedes Recht dazu, und dennoch bleibt ein ungutes Gefühl des Abkassiertwerdens.

Der private Kontrolleur vermittelt nämlich nicht nur den Eindruck der Amtsanmassung, sondern lässt auch schon mal das rechte Augenmass vermissen. Eifrig werden Zettel ausgefüllt und das Fahrzeug fotografiert, obwohl es nur ein paar Minuten auf dem Platz stand und der Fahrer sich schon der Wagentür nähert.

Manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einem regelrecht aufgelauert wurde, der Kontrolleur vielleicht gar Erfolgsprämien kassiert. Dass er nur im Auftrag der Grundeigentümer handelt – geschenkt.

In dieser Situation ist alles gut, was Verständnis weckt und falsche Vermutungen richtigstellt. Die Kommunikationsblockade aufseiten der Zentrumsverwaltung ist da nicht zielführend, vor allem nicht, weil sie durch die Parksünder auch gute Kasse macht. Eine gesichtslose Verwaltung mit Postfachadresse in Dietlikon, die keine Fragen beantwortet, vertieft den Ärger nur.