Öffentlicher Verkehr
Das kann sich Uitikon nicht leisten

Eine neue Busverbindung nach Schlieren soll Uitikon näher ans Limmattal rücken.

Alex Rudolf
Alex Rudolf
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Ein Grund für die Notwendigkeit der verlängerten Buslinie ist das Bevölkerungswachstum: hier eine Visualisierung des Eingangs zum Quartier Leuen-Waldegg. Der Gemeinderat beantragt einen Kredit in der Höhe von knapp 150 000 Franken für die Durchführung eines Projektwettbewerbs.

Ein Grund für die Notwendigkeit der verlängerten Buslinie ist das Bevölkerungswachstum: hier eine Visualisierung des Eingangs zum Quartier Leuen-Waldegg. Der Gemeinderat beantragt einen Kredit in der Höhe von knapp 150 000 Franken für die Durchführung eines Projektwettbewerbs.

Visualisierung/ZVG

Über eine Busverbindung ins Limmattal verfügt Uitikon nicht. Via Zürich kann der Weg nach Schlieren oder Dietikon bis zu einer Stunde dauern. Ab dem Fahrplanwechsel 2017 könnte sich dies ändern: Stimmen die Uitiker im September dem Kredit von 2,4 Millionen Franken zu, geben sie grünes Licht für einen auf vier Jahre angelegten Testbetrieb einer Verlängerung der Buslinie 201 bis nach Schlieren. Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt, das Geschäft aus Kostengründen abzulehnen.

Die Liste von Gründen, die für eine öV-Anbindung ans Limmattal sprechen, ist lange. So erwartet Uitikon mit diversen Neubau-Projekten in den kommenden Jahren rund 1000 zusätzliche Einwohner. Der Gemeinderat hat erkannt, dass fünf Buslinien nach Zürich und die SZU-Bahn nicht ausreichen und eine zusätzliche öV-Linie eingeführt werden muss. Dies ist weitsichtig. Nur so können sich die zusätzlichen Passagiere auf die verschiedenen Linien verteilen und es entstehen keine Engpässe. Auch sollte die Gemeinde als Teil des Bezirks Dietikon mit dem öffentlichen Verkehr an dessen Zentren angeschlossen sein. Zudem kann es sich Uitikon durchaus leisten, Geld für den Ausbau des öV-Angebots auszugeben: Die Gemeinde, die über viel Eigenkapital und einen tiefen Steuerfuss verfügt, ist eine der reichsten im Kanton.

Zwar ist es die Aufgabe der RPK, die Legitimation von Ausgaben auf Herz und Nieren zu prüfen. Bremst sie jedoch Vorlagen aus Angst vor Steuerfusserhöhungen aus, nimmt sie Uitikon die Chance auf Fortschritt. Dies wiederum kann sich die Gemeinde nicht leisten.