Koch-Areal
Bewährungsproben kommen noch

Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) skizziert seine Strategie für das besetzte Koch-Areal.

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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 Das Koch-Areal in Zürich-Altstetten ist seit März 2013 besetzt.
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 Ein Transparent mit der Aufschirft "Kein Abriss auf Vorrat" hängt am besetzten Koch-Areal im Jahr 2013.
 Das Koch-Areal in Zürich Altstetten.
 Das Zürcher Koch-Areal ist seit Jahren besetzt.

Das Koch-Areal in Zürich-Altstetten ist seit März 2013 besetzt.

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

So einfach kann Politik sein. Während dreier Jahre entwickelte sich das besetzte Koch-Areal in Zürich Albisrieden zu einem Ort lauter Partys. Der Stadtrat liess die Besetzer gewähren. Doch kaum wurde die Kritik daran in der öffentlichen Debatte lauter, ging alles ganz schnell: Anfang Oktober setzte der Stadtrat den Besetzern klare Grenzen punkto Partylärm. Ende Oktober gab AL-Stadtrat Richard Wolff, dessen Söhne auf dem Koch-Areal leben, das Dossier wegen Befangenheit an Daniel Leupi (Grüne) ab. Und jetzt sagt Leupi: Das Lärmproblem ist gelöst! Sorgen wir für mehr Sicherheit der Partygäste auf dem Koch-Areal!

Mit Verlaub: Dass es im kühlen Spätherbst weniger Lärmklagen als im Sommer gibt, ist normal. Man ist dann weniger draussen. Die Bewährungsprobe für die neue Politik des Stadtrats gegenüber den Koch-Areal-Besetzern kommt daher erst ab nächstem Frühling. Da hat Mauro Tuena (SVP) recht. Doch auch der Grüne Leupi liegt mit seinem Ansatz richtig: Klare Vorgaben und Dialog sind bei Hausbesetzungen zielführender als repressive Nulltoleranz-Politik. Das zeigt die Geschichte der Hausbesetzungen in Zürich seit den 1980er-Jahren. Leupi muss nun zeigen, dass er seine Politik des Augenmasses und der harten Hand durchzieht. Gelingt ihm dies, könnte sich die hochgekochte Debatte um das Koch-Areal schnell wieder beruhigen. Eine Bewährungsprobe hat auch Wolff vor sich: Ihm bleibt bis zu den Wahlen 2018 Zeit, um zu zeigen, dass sein Verkennen der eigenen Befangenheit punkto Koch-Areal ein Ausrutscher war. Ansonsten droht ihm die Abwahl. So einfach ist Politik.