Bancomaten
Bargeld ist ein Grundbedürfnis

Limmattaler Behörden setzen sich für mehr Bancomaten ein, finden aber auch bei der ZKB kein Gehör.

David Egger
David Egger
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Bancomaten sind im Limmattal knapp.

Bancomaten sind im Limmattal knapp.

Keystone

Die freie Wirtschaft ist kein Wunschkonzert. Darum versuchen Limmattaler Gemeindebehörden vor allem die Postfinance und die Zürcher Kantonalbank (ZKB) dazu zu überreden, mehr Bancomaten zu installieren. Dort der gelbe Riese, der Staatsbetrieb schlechthin, hier die viertgrösste Bank der Schweiz. Auch sie ist ein staatsnahes Unternehmen: Wenns mal ganz schiefläuft, springt der Kanton wegen der Staatsgarantie ein. Zudem unterliegt die ZKB einem Leistungsauftrag. Darin heisst es: «Der Leistungsauftrag ist die gesetzliche Verpflichtung der ZKB, die Bevölkerung des Kantons Zürich mit Bankdienstleistungen zu versorgen, welche deren Grundbedürfnissen entsprechen.» Bargeld ist eines der wichtigsten finanziellen Grundbedürfnisse. Auch für Weininger, die von Postfinance und ZKB links liegen gelassen werden.

Die ZKB verweist darauf, dass sie das dichteste Bancomaten-Netz im Kanton hat und seit 2015 auch Bargeld nach Hause liefert. Doch was nützt es den Weiningern, dass Orte wie Freienstein-Teufen von der ZKB bedient werden? Die notabene kleiner sind als Weiningen. Und wer zahlt zehn Franken für einen Bargeldversand? Das Busbillett ins Nachbardorf ist billiger.

Natürlich, mag man einwenden, sind wir auf dem Weg in die bargeldlose Gesellschaft. Aber die Zukunft ist noch nicht da, noch über die Hälfte der Bezahlungen in der Schweiz läuft mit farbigem Baumwollpapier. Das funktioniert auch dann, wenn wie vor Wochenfrist die Kartenterminals ausfallen. Oder im Döner-Laden, der gar kein Kartenterminal hat.