Kommentar
Alles, was der Stadtmensch braucht

Die SBB wollen Zürich entlang dem Gleisfeld zur «Smart City» weiterentwickeln.

Matthias Scharrer
Matthias Scharrer
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(KEYSTONE/Walter Bieri)

Die Dimensionen sind aussergewöhnlich: Drei Areale mit einer Gesamtfläche von 140 000 Quadratmetern wollen die SBB in Zürich beim Gleisfeld zwischen Hauptbahnhof und Altstetten neu nutzen.

Zum Vergleich: Der von den SBB in den letzten Jahren aus dem Boden gestampfte Stadtteil Europaallee ist nur halb so gross. Doch er sorgte für viel Kritik: Zu viele Luxuswohnungen, zu klotzige Bürotempel, zu wenig Stadtleben wurde den SBB angekreidet. Worauf zielen sie nun ab? Günstige Wohnungen, Platz für Gewerbe, Start-up-Firmen und Kultur soll es geben, aber auch für eine Logistik, bei der die Bahn als Güterlieferant der Stadt eine zentrale Rolle spielt.

Man könnte jetzt lamentieren, dass der ganz grosse Wurf für Zürich, etwa ein neues Kongresshaus, einmal mehr ausbleibt. Doch es hat gute Gründe, dass die Pläne, die die SBB mit der Stadt entwickelt haben, in eine andere Richtung zielen: Günstiger Wohnraum, eine Vielfalt an Arbeitsplätzen und Kulturangeboten, dazu eine ökologisch sinnvolle Verkehrserschliessung – das ist es, was der Stadtmensch braucht.

In den Abstimmungen der letzten Jahre haben die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher dies wiederholt kundgetan. Und darauf sind die nun vorliegenden Pläne ausgerichtet. Das hat seine Logik. Dazu passt auch, dass die SBB nun bei ihrer Planungsarbeit schon frühzeitig die Bedürfnisse und Ansichten künftiger Nutzer und Anwohner berücksichtigen wollen. Die SBB haben damit aus den Diskussionen um die Europaallee die richtigen Schlüsse gezogen. Auf dieser Schiene sollten sie fortfahren.