Kommentar
Warum soll der Bund bezahlen?

David Sieber
David Sieber
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Das Schweizerische Sportmuseum erhält kein Geld mehr vom Bund. Gleiches gilt fürs Architekturmuseum.

Das Schweizerische Sportmuseum erhält kein Geld mehr vom Bund. Gleiches gilt fürs Architekturmuseum.

Martin Töngi

Das lokalpatriotische Herz fühlt sich wieder einmal von Bundesbern versetzt. Und wie es so ist bei einer verschmähten Liebe, sucht man sofort nach den Schuldigen. Doch für einmal eignen sich weder die rot-grüne Regierung noch Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann und auch nicht die bürgerliche Landschäftler Regierung unter Federführung der für die Kultur zuständigen Monica Gschwind als Sündenböcke.

Die beiden Basel haben sich selbst immer wieder schwergetan, die finanzielle Unterstützung des Architektur- und des Sportmuseums zu rechtfertigen. Das blieb im Bundesamt für Kultur (BAK), das gestern die Liste der unterstützten Museen veröffentlichte, nicht unbemerkt.

Man darf ruhig die Frage stellen, weshalb ein Sportmuseum in den Genuss öffentlicher Gelder kommen soll. Man kann sich fragen, worin das kulturelle Erbe der Schweiz besteht, wenn man einen alten Bob ausstellt. Man kann sich weiter fragen, ob die Qualität der Sammlung für eine gesamtschweizerische bedeutsame Ausstrahlung reicht.

Das alles sind Kriterien, nach denen sich das BAK richtet. Und wenn diese noch erfüllt würden, ist da immer noch das Problem mit dem Standort. Zum einen ist dieser verkehrstechnisch ungünstig gelegen und zum anderen ist Basel nicht wirklich eine Sportstadt. Es gibt den FCB und dann lange nichts mehr. Wer genau will hier Bernhard Russis Skianzug von nahem bestaunen? Es ist nicht Aufgabe des Bundes, das Sportmuseum zu retten.

Wenn, dann müssen das die beiden Kantone tun – oder, wie häufig in Basel, Mäzene. Man könnte ja mal bei Roger Federer anklopfen. Auch wenn der noch lange nicht museumsreif ist.