Kommentar
Ein Glücksmoment fürs Kunstmuseum

Marc Krebs
Marc Krebs
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Der Kunsthändler Eberhard Kornfeld schenkt dem Kunstmuseum Basel ein Werk von Ernst Ludwig Kirchner.

Der Kunsthändler Eberhard Kornfeld schenkt dem Kunstmuseum Basel ein Werk von Ernst Ludwig Kirchner.

Martin Toengi

Er lebt seit 72 Jahren in Bern, dieser Eberhard Kornfeld, aber er hat seine Heimatstadt nicht vergessen und schenkt ihr ein Gemälde, um das man sich auf dem Kunstmarkt reissen würde. Einen Kirchner, Klassische Moderne.

Damit hält Kornfeld eine jahrhundertealte Tradition aufrecht, denn ohne solche Schenkungen wäre Basels öffentliche Kunstsammlung nicht von Weltruf, sie würde so nicht existieren. Der Museums-Etat für Neuanschaffungen beträgt dieses Jahr 800'000 Franken, allein der Kirchner würde auf dem Markt Millionen kosten.

Ein Glücksfall also, diese Sachspende. Eine gute Nachricht fürs engagierte Museumsteam unter seinem Direktor Josef Helfenstein, das im Alltag von Sorgen geplagt ist. Von Geldsorgen. Denn dem Museum fehlt ein Millionenbetrag, um die laufenden Kosten zu decken. Grund sind allzu euphorische (um nicht zu sagen naive) Kalkulationen rund um den Betrieb des 2016 eröffneten Erweiterungsbaus. Warnrufe gab es schon vor Jahren, Grossrat und Regierung blendeten sie aus. Zu gross war die Verlockung dieses Prestigeobjekts, zu unangenehm der Gedanke, dass sich dieses so nicht nachhaltig finanzieren liesse.

Man schenkt Bilder, man schenkt Häuser. Aber wenn es um profane Dinge geht, um Heiz-, Strom- oder Sicherheitskosten, dann hört das Gönnertum oft auf. Betriebskosten zu decken, ist nicht attraktiv.

Was tun? Sammlungsstücke verkaufen? Eine absurde Idee! Eine Mäzenin, ein Mäzen für Heizkosten? Uns würde warm ums Herz! Man fragt sich aber: Wo sind die Kulturpolitiker, die mit Verve hinstehen, einstehen für dieses Haus von Weltklasse? Wo sind die Lösungsansätze der Regierungspräsidentin? Und wo ist die Museumsstrategie? Auf diese Geschenke warten wir noch.

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