Kommentar
Der Fisch stinkt vom Kopf her

David Sieber
David Sieber
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Seit die bz über den Fall Pratteln berichtet hat, melden sich immer mehr Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Bewohner und Bewohnerinnen über die Lage in den einzelnen Häusern.

Seit die bz über den Fall Pratteln berichtet hat, melden sich immer mehr Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Bewohner und Bewohnerinnen über die Lage in den einzelnen Häusern.

Nicole Nars-Zimmer niz

Die bz scheint mit ihrer Berichterstattung über die Vorkommnisse im Altersheim Senevita Sonnenpark in Pratteln in ein Wespennest gestochen zu haben. Immer mehr ehemalige und aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bewohnerinnen und Bewohner anderer Senevita-Einrichtungen melden sich bei der Redaktion.

Die Schilderungen sind teils drastisch. Von Mobbing ist die Rede, von Bespitzelung, schlechtem Arbeitsklima und daraus folgend mangelhafter Betreuung und Pflege. Selbst wenn die Vorwürfe jeweils sehr subjektiv sein sollten, so ist es doch die schiere Menge, die aufhorchen lässt.

Nur die Verantwortlichen stellen sich taub. Sie verwedeln, reden schön und versteigen sich sogar zur Aussage, bei einer Firma mit 1800 Angestellten seien Konflikte und Missverständnisse «nur menschlich». Das stimmt.

Eine gute Unternehmensführung weiss aber damit umzugehen. Sie fördert eine Betriebskultur, in der alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst genommen und sich anbahnende Streitigkeiten frühzeitig erkannt und beigelegt werden. Und die zudem eine stringente und für alle verständliche Kommunikation ermöglicht.

Hier liefert die Senevita-Spitze allerdings Anschauungsmaterial zuhauf, wie man es gerade nicht machen sollte. Erst im letzten Moment alle Zitate zurückziehen und damit einen «einseitigen» Artikel provozieren, dann ein Interview geben, das hauptsächlich aus Negieren und Zurückschlagen besteht, und schliesslich mit flapsigen Aussagen Hilflosigkeit demonstrieren. Fazit: Bei Senevita stinkt der Fisch von Kopf her.