Persönlich
Ab auf die Strasse!

Trump mag es wurst sein, was wir in der Schweiz denken, doch uns darf nicht wurst sein, was er tut!

Martina Rutschmann
Martina Rutschmann
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Eine Frau demonstriert gegen den neuen US-Präsidenten.

Eine Frau demonstriert gegen den neuen US-Präsidenten.

AP

Ja, es bringt in den allermeisten Fällen nichts, zu demonstrieren. Oder sagen wir: Es ändert kaum je etwas. Erdogan wütet weiter, da können noch so viele Kurden in der Schweiz demonstrieren, und wenn die versammelte Linke am 1. Mai das Ende des Abzockertums fordert, lachen sich Firmenbosse ins Fäustchen. Trotzdem: Nichtstun ist keine Alternative. Und schon gar nicht, wenn die Betroffenheit bei mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung liegt. Das ist der Fall, wenn sich Amerikas Präsident Donald Trumps frauenverachtend äussert und inzwischen auch so regiert. Frauenfeindlichkeit ist immer und überall verabscheuenswert. Warum sollten wir also nur jetzt wegen dieses Amis auf die Strasse gehen?

Weil es jetzt die Möglichkeit gibt, weil es Frauen gibt, die einen «Women’s March» für Zürich organisieren, etwas, was wir zugegebenermassen jeden Tag und überall tun könnten, aber jetzt können wir daran teilnehmen, wir, die Frauen in der Schweiz und gern auch die Männer. Auf Facebook sagen täglich mehr Frauen zu für den Marsch vom 18. März. 6000 sind daran interessiert und tun das auf Facebook kund, in Wirklichkeit sind es wohl weit mehr als das. Die Veranstalterinnen sagen, sie seien in Sachen Demos keine Profis, doch sei es wichtig, die Stimme zu erheben «für Liebe, Solidarität, Freiheit und Gleichheit». Wenn es vor 10 Jahren hiess, wir Frauen hätten die Gleichberechtigung im Westen fast erreicht, müssen wir jetzt leider sagen: Der Weg scheint wieder länger zu werden.

Momentan seien sie dabei, die Erlaubnis für die Demo zu bekommen, schreiben die Veranstalterinnen. Ich für meinen Teil habe den 18. März bereits dick angestrichen in meiner Agenda. Trump mag es wurst sein, was wir in der Schweiz denken, doch uns darf nicht wurst sein, was er tut!