Zerstörte Monumente
Steinchen um Steinchen zur richtigen Lösung

Denkmalpfleger sind von Berufs wegen pedantisch. Das müssen sie auch.

Sabine Altorfer
Sabine Altorfer
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Syrische Soldaten in Palmyra.

Syrische Soldaten in Palmyra.

/EPA/SANA / HANDOUT

Manchmal nervt uns hierzulande die Denkmalpflege. Jedes Steinchen wird zweimal angeschaut, jedes römische Fuselchen untersucht und dokumentiert. Doch auf der anderen Seite können wir dankbar sein. Wären Archäologen und Denkmalpfleger nicht von Berufes wegen Pedanten, könnten wir manchem grossartigen Werk der Vergangenheit nur nachweinen, statt es in seiner echten Grösse zu bewundern.

Wer nun die Debatte um den Wiederaufbau von Palmyra verfolgt, bekommt das Gefühl, auch hier werde um Steinchen statt um Tempel und Symbole gestritten. Aber man soll die Warner ernst und sich für einen Wiederaufbau Zeit nehmen. Wenn schon, lässt nur eine verantwortungsvolle Rekonstruktion die Wunderwelt von Palmyra wieder auferstehen. Ein bisschen Neubau da, ein bisschen Ergänzung dort ist Bschiss. Das Sagen sollten Fachleute haben. Selbst wenn Syriens Staatschef Baschar al-Assad drängt und ihm nichts lieber wäre, als zum Zeichen seines (Teil-)Sieges den Triumphbogen von Palmyra möglichst schnell wieder aufgerichtet präsentieren zu können.

Auch wenn sich die Archäologen – egal ob in Palmyra oder bei uns – oft nicht einig sind. Einer Devise stimmen sie zu: Jeder Bau ist ein Einzelfall. Ein Patentrezept gibt es (leider) nicht. Also müssen sie, müssen wir, Steinchen um Steinchen die richtigen Lösungen suchen.