Kommentar
Schrecken ohne Ende

Renzo Ruf, Washington
Renzo Ruf, Washington
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Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht für die Republikaner im Allgemeinen und das Weisse Haus im Speziellen, dass sich nun ein Sonderermittler der mutmasslichen Connection zwischen Wahlkampfberater von Präsident Donald Trump und russischen Regierungskreisen annimmt. Sonderermittler Robert Mueller gilt in der amerikanischen Hauptstadt als integer; er wird seine Ermittlungen fern der Fernsehkameras und Parlamentsanhörungen durchführen, und hoffentlich auch die täglichen Enthüllungsmeldungen über die angeblichen Verfehlungen von Figuren wie Mike Flynn und Paul Manafort stoppen. Die republikanische Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus kann sich damit wieder ungestört der Umsetzung des Wahlprogramms zuwenden.

Die schlechte Nachricht? Sonderermittler Mueller gilt als hartnäckig und detailversessen. Zusammen mit seinem Team wird der ehemalige FBI-Direktor jeden Stein umdrehen, um herauszufinden, ob die Russen auf die (direkte oder indirekte) Unterstützung von Amerikanern zählen konnten, als sie den Wahlkampf 2016 zu beeinflussen suchten. Hinzu kommt: Mueller besitzt die ausdrückliche Erlaubnis, sein Mandat im Zuge der Ermittlungen auszuweiten.

Mag sein, dass hochrangige Trump-Vertraute keinen Landesverrat begangen haben. Aber zum jetzigen Zeitpunkt, basierend auf den vorliegenden Informationen, ist es schwer vorstellbar, dass sie nach Abschluss der Mueller-Untersuchung einen einwandfreien Leumund haben werden. Das dicke Ende für Präsident Trump kommt noch.