Telefonie
Kleine Box, grosse Wirkung

Fabian Hock
Fabian Hock
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Ab 2018 ist Schluss mit analoger Telefonie. Brigitte Bardot im Film «L’ours et la poupee».

Ab 2018 ist Schluss mit analoger Telefonie. Brigitte Bardot im Film «L’ours et la poupee».

KEYSTONE

Das Wandtelefon hat nun also ein offizielles Enddatum. Ende 2017 ist Schluss mit der analogen Telefonie, Schluss mit ISDN, Schluss mit überholter Technik. Freilich wirkt der Abgesang auf die Wählscheibe heute etwas aus der Zeit gefallen. Und so geht es beim Vorhaben, das die Swisscom derzeit anstrengt, auch um viel mehr als den Tod einer lieb gewonnenen Retro-Technik.

Dass der grösste Schweizer Telekomanbieter schon in weniger als zwei Jahren die gesamte Kommunikation über das Internet abwickeln will – «All IP» heisst das Zauberwort – ist ein wegweisender Schritt. Alle Daten, ob sie nun aus dem Laptop, dem Fernseher oder dem Telefon kommen, nehmen die Auffahrt von der analogen Landstrasse auf den Internet-Highway. Gebündelt in der kleinen magischen Box, dem Router, geht es ab ins World Wide Web. Der Clou: Das bringt nicht nur Komfort für den Nutzer. Es verstärkt das digitale Rückgrat der Schweiz.

In Zeiten der Digitalisierung, in der sich einzelne Unternehmer den Kopf zermartern, wie die eigene Firma von Industrie 4.0, Robotern, Drohnen und autonomen Autos profitieren kann, ist die Bedeutung einer wettbewerbsfähigen IT-Infrastruktur kaum zu überschätzen. Sie ist die Grundlage, auf der die hiesige Wirtschaft ihren Vorsprung gegenüber schlechter entwickelten Konkurrenten ausbauen kann.

Die Marktmacht der Swisscom ist an einigen Stellen zu kritisieren. Dass der Konzern beim Ausbau der Infrastruktur derart vorwärtsmacht, ist jedoch gut fürs ganze Land.