Skos-Richtlinie
Eine gute Lösung für den Aargau

Urs Moser
Urs Moser
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Machten in letzter Zeit Geschichten von renitenten Sozialhilfebezügern oder Sozialhilfebetrügern die Runde, geriet die Skos, die schweizerische Konferenz für Sozialhilfe, unter Beschuss. Etliche Gemeinden kündigten ihre Mitgliedschaft aus Protest über
die angeblich zu laschen und zu grosszügigen Richtlinien der Skos auf.

Oft hat das eine, das unkooperative Verhalten mancher Sozialhilfeempfänger, gar nichts mit dem anderen, den Richtlinien zur Bemessung der Unterstützungsleistungen, zu tun. Aber die Skos ging über die Bücher und hat ihre Richtlinien überarbeitet. Resultat aus Aargauer Sicht: Die Sozialhilfeausgaben für Gemeinden und Kanton werden etwas sinken, obwohl man im Aargau schon Abstriche gegenüber den bisher geltenden Skos-Richtlinien machte.

Schon deshalb gibt es keinen Grund, sich einer verbindlichen Anwendung der neuen Skos-Richtlinien zu widersetzen. Die Ansätze zur Berechnung des Grundbedarfs sinken: wie von den Sozialhilfe-Kritikern gefordert. Die Anreize zur Reintegration in die Erwerbsarbeit steigen: wie von den Sozialhilfekritikern gefordert. Und bei den Sanktionsmöglichkeiten passt die Skos ihre Richtlinien den strengeren Regeln im Aargau an: wie von ihren Kritikern gefordert.

Eine flächendeckende Anwendung der Skos-Standards sorgt für mehr Rechtsgleichheit und -sicherheit und ist von der Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren getragen. Je mehr Kantone ausscheren, desto mehr wird der Druck auf bundesrechtliche Lösungen steigen: wie von den Sozialhilfe-Kritikern
befürchtet. Sie sollten sich wirklich eine Versöhnung mit der Skos überlegen.