Ungewisse Zukunft
Die Langmatt auf der langen Bank?

Roman Huber
Roman Huber
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«Wenn nun Sanierung und Umbau der Langmatt im Budget 2016 auf Seite 164 unter ferner liefen respektive unter «nicht priorisierte Projekte» erscheinen, ist das angesichts der momentanen Finanzsituation der Stadt Baden einerseits verständlich und andererseits wenig verheissungsvoll.»

«Wenn nun Sanierung und Umbau der Langmatt im Budget 2016 auf Seite 164 unter ferner liefen respektive unter «nicht priorisierte Projekte» erscheinen, ist das angesichts der momentanen Finanzsituation der Stadt Baden einerseits verständlich und andererseits wenig verheissungsvoll.»

Archiv/WAL

Die Begeisterung war gross, als die Villa Langmatt mitsamt Kunstsammlung im Jahr 1987 als Vermächtnis an die Stadt Baden überging. Sofort war sich der Stadtrat der Bedeutung dieses Erbes bewusst.

Dessen Potenzial gründet nicht allein auf der unvergleichlichen privaten Kunstsammlung. Es ist die Sammlungsgeschichte, die Wohn-, die Industriegeschichte, aber auch die Architektur- und Gartengeschichte und nicht zuletzt die Geschichte der Stadt, was in dieser Gesamtheit monumental ist.

Der Stadtrat hat in seinen Legislaturzielen – und der Einwohnerrat mit deren Genehmigung – ein Bekenntnis zur Langmatt abgegeben. Wenn nun Sanierung und Umbau der Langmatt im Budget 2016 auf Seite 164 unter ferner liefen respektive unter «nicht priorisierte Projekte» erscheinen, ist das angesichts der momentanen Finanzsituation der Stadt Baden einerseits verständlich und andererseits wenig verheissungsvoll.

Wird nun die Langmatt auf die lange Bank geschoben? Es sind inzwischen weitere Jahre verstrichen, und der Handlungsbedarf hat sich verdeutlicht. Darum muss das Projekt Langmatt zügig angegangen werden.

Nur: wer den Gürtel enger schnallen muss, läuft Gefahr, dass er Entscheide fällt, die sich langfristig als falsch erweisen. Darum ist es wichtig, wenn der Stadtrat die Zeit nutzt und dem Einwohnerrat die Entscheidungsgrundlagen liefert. Darum wäre alles andere als ein Ja des Einwohnerrates zum Verpflichtungskredit, mit dem eine Vision erstellt werden soll, und zum geforderten Investitionsbeitrag, unverständlich und für Baden als Kulturstadt nicht nachvollziehbar.

Die Stadt steht in der Pflicht und muss zu diesem Erbe Sorge tragen. Darum ist es vordringlich, dass mit der Neuausrichtung die Stiftung finanziell auf sichere Beine gestellt werden kann. So viel ist klar: Ohne finanzielle Sicherheit und ohne neue Positionierung wird der Stiftung früher oder später der Schnauf ausgehen. Und dann hat die Stadt Baden ein Problem.