Kommentar
Die Coronatests sind nicht gratis – Gelegenheit zur Impfung haben inzwischen alle gehabt

Die Coronatests sollen nun für die ungeimpfte Bevölkerung auch ab Oktober gratis bleiben. Doch die Ankündigung der Kostenpflicht hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Zahl der Impfungen wieder steigt.

Francesco Benini
Francesco Benini
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Coronaimpfungen steigen nun aufgrund der neuen Bestimmungen wieder an.

Coronaimpfungen steigen nun aufgrund der neuen Bestimmungen wieder an.

Wolfgang Kumm / DPA

«Ein kostenloses Mittagessen gibt es nicht», besagt ein amerikanisches Sprichwort. Der Bundesrat schickt sich nun an, der Schweizer Bevölkerung etwas anderes vorzumachen: Die Coronatests sollen auch ab Oktober für alle gratis bleiben. Die Regierung will ihren Entscheid vom August, der die Kostenpflicht vorsah, umstossen.

Das ist falsch. Inzwischen hatten in diesem Land alle die Gelegenheit, sich gegen das Coronavirus zu impfen. Wer darauf verzichtet, trägt dazu bei, dass sich die Eindämmung der Pandemie erheblich verzögert. Dass diese Menschen gewisse Einschränkungen auf sich nehmen, ist nicht zu viel verlangt. Sie können die Restriktionen umgehen, indem sie ein negatives Testergebnis vorlegen – und dafür bezahlen. Diese Regelung ist angemessen.

Ein Nachbarland nach dem anderen führt die Kostenpflicht für Tests ein. Einige gehen noch weiter und beschränken den Zugang zu Veranstaltungen auf Geimpfte und Genesene. Tests sind keine mehr vorgesehen. Die Ankündigung der Kostenpflicht hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Zahl der Impfungen wieder steigt.

Der Bundesrat suggeriert nun, dass man dem Eigennutz frönen kann und die Allgemeinheit dafür aufkommt. Das verstösst gegen das Prinzip der Selbstverantwortung. Wenn der Getestete nicht bezahlt für den Test, dann tun es die Steuerzahler. «There is no such thing as a free lunch», sagen die Amerikaner.

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