Kommentar
Cargo Sous Terrain: Ein Pionierprojekt, das sich lohnt

Als vor fünf Jahren der Gotthard-Basistunnel eröffnet wurde, gab es viel Lob für die Schweiz. Die unterirdische Güterbahn Cargo Sous Terrain könnte zum Modell für den Transport der Zukunft werden.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Cargo Sous Terrain: So soll die unterirdische Güterbahn aussehen.

Cargo Sous Terrain: So soll die unterirdische Güterbahn aussehen.

ZVG

Cargo Sous Terrain, die unterirdische Güterbahn, soll von St. Gallen nach Genf führen und 30 Milliarden Franken kosten. Schon für die erste Teilstrecke von Härkingen SO unter dem Aargau hindurch nach Zürich werden 3 Milliarden fällig.

Das Projekt, das fast ausschliesslich privat finanziert werden soll, wirkt fast utopisch. Und es stellen sich zwei Fragen. Erstens: Braucht es Cargo Sous Terrain? Und zweitens: Ist die Gütermetro durch das Mittelland wirklich realisierbar?

Der Bund geht davon aus, dass der Güterverkehr in der Schweiz bis ins Jahr 2040 um rund 40 Prozent wachsen wird. Per Camion auf der Autobahn lässt sich dies kaum bewältigen. Schon heute zeigt sich: Der Ausbau der A1 auf sechs Spuren dauert Jahrzehnte, verschlingt Milliarden und stösst bei der Bevölkerung auf heftigen Widerstand. Cargo Sous Terrain hat hier mehrere Vorteile: Es wird kein Land verbaut, kein Lärm verursacht und kein Stau ausgelöst.

30 Milliarden Franken sind viel Geld, 500 Kilometer Tunnel im Endausbau eine lange Strecke. Dennoch ist Cargo Sous Terrain machbar – wenn sich die nötigen Investoren finden. Die unterirdische Güterbahn ist ein Pionierprojekt, wie es der Gotthard-Basistunnel auch war.

2016 schrieben deutsche Medien anerkennend, die Schweizer hätten es geschafft, den Tunnel ohne Verzögerung im Zeitplan und ohne Kostenexplosion zu bauen. Wenn das erneut gelingt, könnte Cargo Sous Terrain zum Modell für den Gütertransport der Zukunft werden.

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