Coronakrise
Es gibt keine bessere Alternative zum Covid-Zertifikat, solange die Impfquote zu tief ist

Das Covid-Zertifikat wird zum Freiheitspass in der Schweiz. In der aktuellen Situation hat der Bundesrat keine andere Möglichkeit.

Doris Kleck
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Ab kommender Woche sollen zu vielen Bereichen des öffentlichen Lebens nur noch geimpfte, genesene und getestete Personen Zutritt erhalten.

Ab kommender Woche sollen zu vielen Bereichen des öffentlichen Lebens nur noch geimpfte, genesene und getestete Personen Zutritt erhalten.

Bild: Christian Beutler / KEYSTONE

Ab Montag wird das Leben für Ungeimpfte kompliziert in der Schweiz. Zugang für Restaurants, Kinos oder Fitnesszentren gibt es nur noch für Geimpfte, Genesene oder Getestete. Und auch am Arbeitsplatz kann das Covid-Zertifikat eingesetzt werden.

Der Entscheid ist nicht nur verständlich, der Bundesrat hat momentan schlicht keine bessere Alternative. Die Intensivstationen sind gefüllt mit Covid-Patienten, Ärzte und Pflegepersonal ächzen unter der vierten Welle, bereits werden wieder Operationen verschoben. Das trifft auch schwerkranke Menschen mit Tumoren oder Herzproblemen. Sie leiden unter den ungeimpften Corona-Patienten. Es war immer das erklärte Ziel des Bundesrates, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern.

Das Zertifikat verhindert, dass die Freiheiten noch weiter eingeschränkt werden. Die Schliessung ganzer Branchen, das wäre die Alternative zum Covid-Zertifikat. Und das kann niemand mehr wollen: Das kostet Arbeitsplätze, Einkommen, schadet dem gesellschaftlichen Zusammenleben.

Die ungeimpften Gegner des Covid-Zertifikates sind laut, gewiss. Doch die Geimpften sind längst in der Mehrheit: Es fällt zunehmend schwer, ihnen zu erklären, dass es immer noch Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie braucht. Die Schweiz hat nämlich längst die Lösung, sprich eine richtige Alternative: Sie hat Zugang zu Impfstoffen en masse.

Die SVP schimpft, warnt vor der Spaltung der Gesellschaft. Nur, wo ist ihr konstruktiver Beitrag zur Eindämmung der Pandemie? Es war im Übrigen die Idee ihrer zwei Bundesräte, die Gratistests zum Erlangen des Covid-Zertifikates abzuschaffen. Wohlwissend, dass damit die Hürden zum Erlangen des Covid-Zertifikats erhöht wurden.

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Robert Müller

Aber, aber - es gäbe keine andere Alternative um die IPS Stationen zu entlasten, als das Zertifikat für den Beizenbesuch. Sehr, sehr kurz gegriffen und irgendwie hilflos solche Äusserungen. Dies könnte noch einigermassen glaubwürdig erscheinen, wenn sich jene, welche im Spital liegen in der Beiz angesteckt hätten. Dem ist jedoch nicht so. Es gäbe noch viele Alternativen.  Heute sind mir mehrere Schulklassen begegnet. Alle in grossen Gruppen und ungeschützt. Auf dem Sportplatz treffen sich täglich hunderte von Menschen von gross und klein ohne Schutz. Man tut zwar so indem man haufenweise Hinweiszettel aufhängt und damit hat es sich. Wer mit sich mit offenen Augen in der Öffentlichkeit bewegt dem fallen  X- Alternativen  zum Beizenzertifikat ein.  Hier scheint es sich jedoch einfach darum zu drehen, dass man etwas befiehlt.  P.S.  Ich bin übrigens geimpft und ohne Hass und Vorurteile gegen jene, welche dies nicht wollen

Klaus Berger

Was dieser "Freipass" nun wirklich wert ist, lesen Sie in diesem Beitrag https://www.blick.ch/schweiz/westschweiz/walliser-aerztepraesidentin-lehky-hagen-haette-fast-ihre-berufskollegen-angesteckt-nun-warnt-sie-auch-geimpfte-sollen-sich-testen-lassen-id16824343.html

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