Nun gilt es ernst: Das Schlieremer Start-up Noonee steht vor seinem grossen Auftritt und hat die Möglichkeit sich und sein Produkt zu etablieren, wenn am Samstagabend das Finale der Fernsehsendung «Kampf der Ideen – die Start-up Challenge» auf dem Programm steht.

Ihr Produkt: Der «Chairless Chair», ein stuhlloser Stuhl, mit dem man im Stehen sitzen kann. Der portable Stuhl, den man wie ein Rucksack anzieht, sei speziell für Angestellte in Fertigungs- und Industriebetrieben hergestellt worden, sagt Olga Motovilova, Mitgründerin und Chief Operations Officer bei Noonee.

«In diesen Betrieben stehen die Angestellten den ganzen Tag gebückt während der Arbeit», was auf Dauer zu Rückenbeschwerden und Schmerzen führen könne. Mit dem Stuhl könne Noonee Arbeitsbedingungen verbessern und die ergonomischen Bedingungen, die in vielen Produktionsbetrieben für die Angestellten aufgrund ihrer Tätigkeit nur schlecht erfüllt werden, verbessern. Für Motovilova ist klar: «Wir wollen die Ergonomie revolutionieren.»

Aus diesem Grund habe das Jungunternehmen mit der Entwicklung des Stuhls begonnen. Die Idee dazu hatte CEO Keith Gunura zufällig bei einem Apéro, als er während dem langen Abend keinen Platz fand, um sich kurz hinzusetzen.

Seit nunmehr fünf Jahren ist das Start-up mit der Entwicklung beschäftigt und konnte dieses Jahr mit der Produktion von rund 200 Stühlen beginnen, die von verschiedensten Unternehmen getestet werden. «Mehrere grössere Autohersteller, darunter Daimler, VW und Audi, sind an Bord und in der Testphase», sagt Motovilova. Aber auch Fleischereibetriebe oder Aviatikunternehmen hätten ihr Interesse an dem Stuhl bekundet, der die Arbeitsqualität für die Angestellten verbessere.

International aber nicht national

Das, was viele Jungunternehmen scheitern lässt, ist das eigene Produkt auf einen internationalen Markt zu bringen. Noonee habe damit keine Probleme gehabt, sagt Motovilova. «Für die Testphase konnten wir bereits nach Grossbritannien, Indien und Japan verkaufen.» Wesentlich grössere Probleme bereite die Schweiz. Denn hierzulande haben die Jungunternehmer noch keinen Kunden, der den «Chairless Chair» ausprobieren geschweige denn kaufen möchte.

Sunnie Groeneveld, Jungunternehmerin und Jury-Mitglied bei «Kampf der Ideen», sagt gegenüber dem Sender Sat.1, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, das Unternehmen zu unterstützen. «Dieses Produkt hat das Potenzial, ein Problem weltweit und in jeder Fabrik zu lösen.» Der Markt dafür sei vorhanden.

Auf was es jetzt ankomme, sei genügend Personal einzustellen, um mit der Produktion und dem Verkauf weiter voranzuschreiten. Noonee will sich auf seinem Erfolg auf keinen Fall ausruhen. Motovilova will mit ihrem Team auch in andere Märkte investieren. «Es gibt noch viele andere Bereiche, an dem der ‹Chairless Chair› eingesetzt werden kann.» So würde das Unternehmen weitere Modelle für die Landwirtschaft oder aber auch Krankenhäuser planen, da dort ein Grossteil der Arbeit stehend verrichtet werden müsse.

Den Durchbruch auch auf dem heimischen Mark erhofft sich das Jungunternehmen von der TV-Sendung «Kampf der Ideen». «Vor einiger Zeit haben wir ein Informationsschreiben erhalten und uns daraufhin für die Sendung beworben», sagt Motovilova. Kurze Zeit später hätten sie dann Besuch von den Jury-Mitgliedern Sunnie Groeneveld und Pascal Mathis erhalten, die auf der Suche nach den besten und innovativsten Geschäftsideen quer durch die Schweiz fuhren.

Während einer Minute konnten Motovilova und Gunura ihr Produkt vorstellen, das sofort auf Begeisterung stiess und ihnen zum Einzug in das Finale verhalf. «Wir waren total erleichtert», freut sich Motovilova. «Mit dieser Gelegenheit können wir ein grosses Publikum erreichen und vielleicht jemanden von unserem Produkt überzeugen.» In der Finalsendung können alle drei Unternehmungen die es in die Endrunde geschafft haben, ihre Produkte und Ideen vorstellen und müssen diverse Fragen beantworten.

Jenes Start-up, das dann das Rennen macht, erhält von den anwesenden Investoren, die sich am Unternehmen finanziell beteiligen, das notwendige Startkapital. Damit soll es den Start-ups ermöglicht werden, das Produkt zu lancieren oder weiter zu expandieren.

«Damit wir den ‹Chairless Chair› weiterhin entwickeln und produzieren können, sind wir auf Investoren angewiesen», sagt Motovilova, die darauf hofft, schon bald neue Geldgeber und Kunden für ihr Produkt zu finden.

«Der Kampf der Ideen.» Am Samstag um 20.15 Uhr auf Sat.1 Schweiz.