Heute Mittwoch wurde Bundesrat Ueli Maurer von der Vereinigten Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Der Regierungsrat des Kantons Zürich und der Gemeinderat von Hinwil, wo Maurer wohnt, haben Feiern zu Ehren des neuen Bundespräsidenten vorbereitet, deren Details sie bekannt geben.

Um 13.11 Uhr wird Maurer zusammen mit 500 Gästen in einem SBB-Extrazug den Bahnhof Bern Richtung Zürich verlassen. Um 14.14 Uhr wird er im Hauptbahnhof Zürich auf Gleis 12 erwartet, wo er Regierungsrat und Zürcher Stadtrat begrüsst wird.

Ansprachen im Landesmuseum

Ein Umzug mit der Korpsmusik und den Historischen Landjägern der Kantonspolizei begleiten Murer zum Landesmuseum Zürich. Dort findet ab 14.45 Uhr der Festakt für geladene Gäste mit Ansprachen und musikalischer Umrahmung im Innenhof-Pavillon statt. Den Zürcher Steuerzahler kostet der Anlass 250 000 Franken.

Um 16.47 Uhr bricht Murer zusammen mit den Gästen per Zug nach Hinwil auf, wo er um 17.27 Uhr vom dortigen Gemeinderat empfangen werden soll. Die abendliche Feier findet im Armeelogistikcenter von Hinwil statt. Um halb Elf bricht Bundespräsident Murer wieder nach Bern auf.

26. Zürcher Bundespräsident

Ueli Maurer ist der 26. Zürcher Bundespräsident seit der Gründung des Bundesstaats 1848. Kein anderer Kanton hat mehr Vertreter für das Amt gestellt als Zürich. Der Kanton Bern folgt mit 23 Bundespräsidenten, die Waadt mit 20. Bisher 14 Bundespräsidenten hat der Kanton Aargau gestellt, zuletzt mit Doris Leuthard eine Präsidentin.

Gar keine Bundespräsidenten stellten in den letzten 165 Jahren Uri, Schwyz, Nidwalden, Schaffhausen und der Kanton Jura.

Die Bundesversammlung hat den 62-jährigen Vorsteher des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Mittwoch turnusgemäss in das Amt gewählt. Lorbeeren für den Vertreter des Zürcher Flügels der SVP gab es nicht.

Maurer kam auf 148 von 202 gültigen Stimmen. Mit einem schlechteren Resultat war in den letzten Jahrzehnten nur Micheline Calmy-Rey (SP) ins Bundespräsidium gewählt worden. Offiziell hatten alle Fraktionen mit Ausnahme der Grünen Maurers Wahl unterstützt.

Maurer abgestraft

Die Grünen nahmen Maurer seine Kritik an den bilateralen Verträgen übel, wie Co-Präsidentin Regula Rytz der Nachrichtenagentur sda sagte. Mitte November hatte der Verteidigungsminister am Ustertag dazu aufgerufen, internationale Verträge zu hinterfragen, insbesondere die bilateralen Verträge mit der EU. (jk/sda)