Das hat man kommen sehen, dass sich Unterengstringen schwer damit tut, sich zwischen Simon Wirth (FDP) und Marcel Balmer (SVP) zu entscheiden. Die beiden sind schon länger im Gemeinderat dabei, beide sind kompetent und beide geraten gerne mal aneinander, ohne dies einander übel zu nehmen. Und dass die beiden Mitglieder zweier Parteien sind, die man als Nachbarn bezeichnen kann, hat die Wahl auch nicht wirklich einfacher gemacht.

Die Unterschiede liegen zum einen im Alter – Balmer ist 49 und Wirth ist 70. Zudem trägt Balmers Stammbaum schon länger die Unterengstringer Farben als jener von Wirth, was sich auch im Dialekt niederschlägt. Ob diese beiden Faktoren aber in irgendeiner Form etwas über die Kompetenz, die Bereitschaft zum Engagement und die Fähigkeit zum Dialog mit Unterstützern und Gegnern aussagen können, ist eine berechtigte Frage.

Im Hinblick auf den zweiten Wahlgang stellt sich nun in Unterengstringen die Frage, wie stark der SVP allenfalls ihr Doppelangriff auf das Gemeinde- und das Schulpräsidium geschadet hat. Denn nicht bei allen Wählern kommt es gut an, wenn eine Partei beide Positionen besetzen will. Gut möglich, dass es einen Effekt gab, der am 10. Juni ausbleibt.

Auf jeden Fall ist es in jeder Hinsicht eine gute Sache, dass es nun zum zweiten Wahlgang kommt. So bleibt dem Volk noch bis zum 10. Juni Zeit, sich diese gewichtige Frage nach der Besetzung des Gemeindepräsidiums zu überlegen. Denn es ist wirklich eine schwierige Frage. Vor allem, wenn man nicht Mitglied einer der beiden Parteien ist.