Der November war ein turbulenter Monat für den FC Schlieren. Bei der ersten Mannschaft der Herren musste zu Beginn des Monats Gianni Petrone seinen Posten räumen. Zwei Wochen später trennte sich der Verein dann auch vom Trainer des Nationalliga-B-Teams der Frauen, Aziz Aniba.

Die Gründe für die Trennungen sind jedoch unterschiedlich. Petrones Vertrag sei in gegenseitigem Einvernehmen wegen Erfolglosigkeit aufgelöst worden, wie es von Vereinsseite heisst. Der ehemalige Schlieren-Trainer, der sein Amt erst im Sommer übernommen hatte, konnte von elf Spielen in der Vorrunde nur zwei gewinnen: zu Beginn der Saison gegen Lachen/Altendorf und ausgerechnet im Derby gegen Urdorf im September. Ansonsten sieht die Bilanz unter Petrone düster aus: sieben Niederlagen, zwei davon mit sechs Gegentoren. Apropos Gegentore: 36 Treffer kassierten die Schlieremer in den ersten elf Spielen, also mehr als drei Tore pro Partie.

Bei Aniba, der die Frauen ebenfalls erst seit Sommer trainiert hatte, ist die Lage etwas komplizierter. Einerseits soll dem Vernehmen nach das Verhältnis zwischen Aniba und einem Teil der Spielerinnen nicht das beste gewesen sein. Andererseits war aber auch Anibas Bilanz nicht herausragend. In sechs Meisterschaftsspielen konnte sein Team nur einen Sieg verbuchen – und unterlag dazu im Cup dem Erstligisten Rapperswil-Jona. Zweimal erreichten sie zumindest ein Unentschieden. 14 Gegentore mussten die Schlieremerinnen in der Meisterschaft hinnehmen.

Zuversicht beim Frauen-Team

Für Petrone und Aniba haben die Assistenztrainer übernommen. Zoran Perak betreut nun das Frauenteam, Carmelo Trande hat die Trainings der ersten Mannschaft bei den Männern geleitet. Bei den Frauen hat der Trainerwechsel noch nicht auf die Siegesstrasse zurückgeführt, welche die Schlieremerinnen nach dem Startsieg gegen Walperswil (3:0) verlassen haben. Doch immerhin haben die Fussballerinnen nach zwei Niederlagen in Folge im letzten Vorrundenspiel wieder mal einen Punkt geholt – mit dem 2:2 gegen Aïre-le-Lignon.

Und genau dieses Unentschieden stimmt Perak zuversichtlich. «Die Spielerinnen haben in dieser Partie Kampf und Leidenschaft gezeigt», sagt der Interimstrainer. «Und das brauchen wir. Die Einstellung stimmte. Und wir haben uns gewaltig gesteigert im Vergleich zur Partie gegen Therwil.» Gegen Therwil hatten die Schlieremerinnen, damals noch unter Aniba, eine 1:4-Schlappe und damit die höchste Niederlage in der laufenden Saison erlitten.

Aber auch in der ersten Partie unter Perak als Cheftrainer gegen Amriswil, die Schlieren mit 2:3 verlor, habe sich eine Trendwende abgezeichnet. «Wir sind nur unglücklich unterlegen», findet Perak. «Man hat gespürt, dass ein Ruck durch das Team gegangen ist.» Das zeige sich auch bei den Trainings. «Die Spielerinnen trainieren wieder mit mehr Freude», sagt Perak.

Herren etwas erfolgreicher

Etwas erfolgreicher als die Damen waren die Herren der ersten Mannschaft. Seit dem Trainerwechsel konnten sie wenigstens einen Sieg verbuchen – gegen den Tabellenletzten Affoltern am Albis. «Das war wichtig für die Moral», sagt Trande. «Ich wusste, dass sich der Knopf lösen würde, sobald wir in Führung gehen – und so war es gegen Affoltern.» Trande ortet das Problem vor allem im mentalen Bereich. «Wir haben es einfach nie geschafft, nach einem Rückstand die Partie noch zu drehen», so Trande. «Aber die Qualität ist vorhanden.» Daher ist Trande auch überzeugt, dass Schlieren, das momentan Vorletzter ist, nicht auf einem Abstiegsplatz bleiben wird: «Schlieren wird aus diesem Loch rauskommen.»

Allerdings wird Trande dann nicht mehr als Coach an der Seitenlinie stehen. Er hat ein weiteres Engagement als Cheftrainer ausgeschlossen, obwohl er vom Verein angefragt worden ist. «Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, aber ich habe der Vereinsführung mitgeteilt, dass ich nicht weitermachen kann», sagt er. «Es ist mir aus zeitlichen Gründen leider nicht möglich. Ausserdem bin ich seit 30 Jahren im Fussballgeschäft tätig und brauche eine Pause.» Wer der neue Trainer wird, soll in den nächsten Tagen verkündet werden.

Weitere Wechsel stehen an

Auch Perak hat eigentlich nur bis zur Winterpause zugesagt. Denn er möchte am liebsten wieder in seine vorherige Rolle als Assistenztrainer zurückkehren. Perak zeigt sich aber gesprächsbereit für den Fall, dass man keinen geeigneten Trainer finden sollte.
So oder so wird Perak noch bis und mit 6. Dezember trainieren. Nach der Winterpause könnte es neue Gesichter im Team geben: Die Schlieremerinnen liebäugeln mit Zuzügen. Und auch Trande geht davon aus, dass das Kader der Herren nicht gleich bleiben wird.