Dietikon
Zum Geburtstag erfüllt die FDP Dietikon die Wünsche der Kinderhorte

Die Orts-FDP feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Es wird zwar einen Jubiläumsanlass nach den Sommerferien geben – auf einen grossen Festakt möchte man aber verzichten.

Dominic Kobelt
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Werner Hogg, Präsident der FDP Dietikon

Werner Hogg, Präsident der FDP Dietikon

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Die Freisinnig-Demokratische Partei der Schweiz wurde 1894 gegründet. Sie ist aus der liberalen Bewegung heraus entstanden, die ihren Ursprung bereits in der Aufklärung im 18. Jahrhundert hat.

Schwieriger zu datieren ist die Gründung der FDP Dietikon: Aus der Zeit vor 1970 sind keine Protokolle mehr vorhanden, einige Eckpfeiler der Geschichte wurden aber durch den «Limmattaler» überliefert. Mit einiger Sicherheit lässt sich sagen, dass die Gründung um 1912 herum erfolgte.

Die FDP Dietikon feiert deshalb in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Es wird zwar einen Jubiläumsanlass nach den Sommerferien geben – auf einen grossen Festakt möchte man aber verzichten.

«Wir möchten die nächste Generation, die Kinder von Dietikon, in den Mittelpunkt stellen», sagt Werner Hogg, Präsident der FDP Dietikon. «Wir erfüllen jedem Kinderhort der Stadt Dietikon einen Wunsch, das wird zum Beispiel ein Töggelikasten oder der neueste Magic Racer sein», sagt Hogg.

Gemeinsame Liste mit der SP

Ein Blick in besagtes Dietiker Neujahrsblatt gibt Aufschluss über die Anfänge der FDP Dietikon: Vom April 1913 existiert ein erstes Inserat für die Wahl des Gemeinderates, das vom «Freisinnig-demokratischen Gemeindeverein» und von der «Konservativen Volkspartei» unterzeichnet wurde.

Deshalb vermutet die Partei ihr Gründungsjahr um 1912 herum. Der Freisinnig-demokratische Gemeindeverein umfasste damals noch das ganze bürgerliche Lager.

Im Laufe ihres Bestehens änderte die Partei mehrmals ihren Namen und nannte sich «Freisinnigdemokratische Partei», «Freisinnige Partei» und heute «Freisinnig-Demokratische Partei, die Liberalen».

Die Zusammenarbeit mit andern Parteien hat offenbar lange Tradition: 1922 stellten FDP und SP eine gemeinsame Liste für den Gemeinderat auf, um der Katholisch-Konservativen Partei ihren Anspruch auf einen zweiten Sitz streitig zu machen.

1971 kamen Junge und Frauen

Die Parteien hatten aber klare Differenzen, so zum Beispiel beim Fabrikgesetz: Um die grosse Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sollte während dreier Jahre eine 52-54-Stundenwoche eingeführt werden.

Diese Gesetzesvorlage scheiterte am Widerstand der SP. Trotzdem stellten SP und FDP 1925 nochmals eine gemeinsame Liste auf. Danach löste sich dieses Bündnis auf, die FDP einigte sich mit der CSP auf eine gemeinsame Liste.

Erhitzte Gemüter dürfte es 1931 gegeben haben, als der Parteipräsident der FDP Dietikon acht Tage vor der Gemeinderatswahl aus der Partei austrat und mithilfe der SP in die Exekutive einzog. Ein Trost für die FDP:

In derselben Wahl wurde ihr Parteimitglied Hugo Koch in den Gemeinderat und 1935 zum Gemeindepräsidenten gewählt.

1958 trat eine neue Gemeindeordnung in Kraft, es wurde ein «grosser Gemeinderat», das Stadtparlament, geschaffen. Die FDP war im 36-köpfigen Rat mit fünf Mitgliedern vertreten – heute sind es vier, hinzu kommt Stadtpräsident Otto Müller.

Eine wichtige Änderung ergab sich mit der Überarbeitung der 50 Jahre alten Statuten, die in einer Parteiversammlung von 1971 genehmigt wurde: Die Altersgrenze für die Parteimitgliedschaft wurde von 20 auf 18 Jahre gesenkt. Und mit der Einführung des Frauenstimm- und -wahlrechts konnten auch Frauen Mitglieder werden. 16nutzten diese Möglichkeit, die Mitgliederzahl stieg von 73 auf 85.

Visionäre Vorstösse

Die Geschichte der letzten rund 30Jahre lässt sich aus den Jahresberichten der Präsidenten rekonstruieren. Politische Highlights sieht Elisabeth Müller, Vizepräsidentin der FDP Dietikon unter anderem in zwei visionären Vorstössen:

«Die Integration des Schulpräsidenten in den Stadtrat und die Auflösung der Bürgergemeinde mit der Integration des Vermögens in die Stadtkasse.» Und weiter:

«Diese Vorstösse von FDP-Gemeinderäten wurden wohl 1991 vom Parlament nicht unterstützt, dafür wurden beide Jahre später doch noch verwirklicht.»

Auch die Initiative «Für eine finanziell nachhaltige Stadtentwicklung» habe in der Bevölkerung grosse Unterstützung gefunden und sei vom Stadtrat ohne Volksabstimmung in die Geschäftsordnung des Stadtrats übernommen worden, sagt Müller.

Nicht nur politische Erfolge sind Müller wichtig: «An einem Stand am Weihnachtsmarkt sammeln wir jeweils für einen guten Zweck, so fürs Josefsheim, die Winterhilfe und «Denk an mich».

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