Somit machen die beiden verbreiteten christlichen Konfessionen zusammen mit den Konfessionslosen über vier Fünftel der Bevölkerung aus, wie die Stadt Zürich mitteilte. Zudem leben auch christlich-orthodoxe Menschen (4 Prozent) in Zürich sowie solche aus der Gruppe "Andere Christliche" (3 Prozent).

Vom verbleibenden Zehntel stellen Muslime die grössten Gruppe dar (6 Prozent). Juden, Hindus und Buddhisten machen je ein Prozent aus, zählen also ungefähr je 4000 Personen.

Ursprünglich war die Stadtzürcher Wohnbevölkerung hauptsächlich evangelisch-reformiert - im Jahr 1850 zu über 90 Prozent. Unter anderem wegen der Zuwanderungswellen in den 1910er- und 1960er-Jahren stieg der Anteil der Römisch-Katholischen bis 1970 auf etwa vierzig Prozent an.

Seither wuchs die Gruppe der Konfessionslosen stetig. Das ist nicht nur auf Austritte aus der Kirche zurückzuführen, sondern in ähnlichem Mass auch auf den Verzicht auf die Taufe von Neugeborenen. Eine Rolle spielt zudem die Migration.

Die Zahl der Musliminnen und Muslime sowie die der Christlich-Orthodoxen ist in den 1990er-Jahren angestiegen. Seit zwanzig Jahren sind deren Anteile jedoch annähernd konstant.

Unterschiede nach Alter und Nationalität

Aus der römisch-katholischen und aus der evangelisch-reformierten Kirche treten aktuell jedes Jahr je etwa sechs von tausend Menschen aus, am häufigsten die 25- bis 39-Jährigen. Auch die Austrittsgründe sind je nach Alter unterschiedlich.

Ältere Menschen sind oft mit Aussagen ihrer jeweiligen Religionsgemeinschaft nicht einverstanden. Jüngere treten häufig aus, weil sie nie einen Glauben hatten. Kirchensteuern werden jedoch von keiner Altersgruppe als Hauptgrund für Kirchenaustritte genannt.

Deutliche Zusammenhänge gibt es zwischen Nationalitäten und Religionen: Während viele Italiener und Portugiesen römisch-katholisch sind, sind Evangelisch-Reformierte vor allem bei den Schweizern und den Deutschen häufig.

Hohe Anteile an Konfessionslosen gibt es bei Personen aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA – aus Ländern, aus denen viele hochqualifizierte Fachkräfte nach Zürich gezogen sind.